Dienstag, 12.02.2013

Umfrage: Große Mehrheit hat kein Problem mit Röslers Herkunft

Wie groß ist die gesellschaftliche Akzeptanz für einen asiatisch aussehenden Vizekanzler? Mit dieser Frage hat der hessische FDP-Chef Hahn für Aufregung gesorgt. Einer Umfrage zufolge haben nur wenige Deutsche ein Problem mit der Herkunft Röslers.

Berlin. Eine große Mehrheit der Deutschen hat kein Problem damit, dass Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) aus Vietnam stammt. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa werteten nur 11 Prozent der Befragten die Herkunft des Stellvertreters von Kanzlerin Angela Merkel als problematisch. 79 Prozent vertraten die gegenteilige Auffassung.

Weitaus kritischer würden die Befragten es sehen, wenn der Kanzler oder die Kanzlerin ausländischer Herkunft wäre. Nur 11 Prozent fänden das gut, 29 Prozent fänden es dagegen schlecht, 46 Prozent wäre es egal. Auch ein schwuler Regierungschef oder eine lesbische Regierungschefin würde nur auf geringfügig mehr Akzeptanz treffen. 14 Prozent fänden das gut, 26 Prozent schlecht, 46 Prozent wäre es egal.

Der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn hatte in der vergangenen Woche versucht, eine Debatte über latenten Rassismus in der Gesellschaft anzustoßen und dabei Rösler ins Spiel gebracht. „Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren“, sagte er in einem Zeitungsinterview. Der Satz hatte für viel Aufregung gesorgt.

Auch wenn laut YouGov-Umfrage die Akzeptanz eines Vizekanzlers ausländischer Herkunft relativ groß ist: 22 Prozent glauben dennoch, dass die vietnamesische Abstammung des FDP-Chefs die Wahlchancen der Liberalen verringert. Von den FDP-Anhängern glauben allerdings nur 15 Prozent an schlechtere Wahlchancen. Nur sieben Prozent von ihnen halten es für problematisch, dass die Liberalen einen Vorsitzenden vietnamesischer Herkunft haben. YouGov befragte vom 8. bis 12. Februar 1047 Bundesbürger. (dpa)

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