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Umfrage: Deutsche kaum auf Unwetter vorbereitet

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zwar noch Warnungen herausgegeben.

11.08.2017

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Deutsche kaum auf Unwetter vorbereitet
Foto: pixabay.com

Doch als ein starker Sturm zuletzt Anfang August Dächer aufriss, standen viele Menschen über Nacht ohne Heim da. Und das oft vollkommen unerwartet, wie eine Umfrage z.B. des Finanzdienstleisters Swiss Life Select zeigt. Demnach schätzen die Deutschen die Gefahren von extremen Wetterlagen als sehr gering ein.

54 Prozent rechnen überhaupt nicht damit oder halten es für eher unwahrscheinlich, dass Starkregen ihr Zuhause oder eines ihrer gewerblichen Gebäude beschädigt. Noch zuversichtlicher sind sie in Bezug auf Hochwasser: Mehr als drei Viertel halten Hochwasserschäden für eher nicht wahrscheinlich. Der Finanzdienstleister Swiss Life Select hatte zu dieser Thematik eine Umfrage bei YouGov Deutschland in Auftrag gegeben. Es wurden 2062 Personen befragt.

Unterschätztes Hochwasserrisiko?

Die Versicherungsranche teilt das Risiko, von Hochwasser heimgesucht zu werden, in vier Klassen ein: von Gefahrenklasse 1 (Hochwasser seltener als einmal in 200 Jahren) bis Gefahrenklasse 4 (Hochwasser mindestens einmal in zehn Jahren). Wie fatal es jedoch für Verbraucher sein kann, sich auf solche Statistiken zu verlassen, zeigt diese Zahl: 90,9 Prozent der Schadensfälle kommen laut Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) dort zustande, wo das Risiko für Hochwasser am geringsten ist.

Umso schmerzlicher ist der plötzliche Verlust der eigenen vier Wände, wenn ein entsprechender Versicherungsschutz fehlt. Nicht nur der Kompletteinsturz eines Hauses, sondern schon abgedeckte Dächer oder vollgelaufene Keller können ein Heim unbewohnbar machen. Die Kosten für eine Zwischenunterkunft im Hotel müssen die Betroffenen selbst tragen. Dazu kommt die finanzielle Belastung durch die Reparaturkosten - bis zu 20.000 Euro, schätzt Swiss Life Select. Der Finanzdienstleister rät Kunden deswegen, bei Abschluss einer Hausratsversicherung einen Zusatzbaustein einschließen zu lassen, der Elementarschäden durch Unwetter, Hochwasser oder Lawinen abdeckt.

Sommerunwetter wüten in ganz Deutschland und Europa

Die sommerlichen Unwetter haben in Deutschland bereits Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Nach Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hessen sowie weiten Teilen Süddeutschlands war Anfang August Sachsen an der Reihe. Bei heftigen Gewittern in Mittelsachsen und im Erzgebirge wurden Bäume entwurzelt und Straßen überschwemmt. Die Region Zwickau meldete dem Deutschen Wetterdienst Hagelkörner mit bis zu sieben Zentimetern Durchmesser.