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Donnerstag, 24.11.2016

Über das Schämen

In Zeiten von Facebook & Co. und dem fast unvermeidlichen Hang zur Selbstoffenbarung kommt die neue Ausstellung des Dresdner Hygiene-Museums gerade recht.

Abguss der Venus Medici, 19. Jahrhundert. | Foto: Abguss-Sammlung Antiker Plastik Berlin
Abguss der Venus Medici, 19. Jahrhundert. | Foto: Abguss-Sammlung Antiker Plastik Berlin

Denn das Gefühl der Scham scheint durch die Lust an der Selbstdarstellung wie weggeblasen zu sein. Aber ist das wirklich so?

Allzu zwischenmenschlich

Dass es nicht ganz so einfach ist, erleben viele nach wie vor im Alltag. Manchmal überfällt uns die Scham noch immer ganz plötzlich, ohne dass wir sofort wissen, warum wir uns schämen, schwitzen oder rot werden. Das Team um Kurator Daniel Tyradellis und Ausstellungsgestalter Roger Bundschuh, beide aus Berlin, vertritt die These, dass das Schamgefühl bei Weitem nicht verschwunden ist, sondern nur eine andere Form angenommen hat. Scham ist demnach mehr als ein bloß subjektives Gefühl, sondern hält die Gesellschaft zusammen. Neben kulturhistorischen Exponaten, Dokumenten und Medien präsentiert die Ausstellung Werke von knapp 30 Künstlerinnen und Künstlern.

Scham – 100 Gründe, rot zu werden, 26.11. bis 5.6.17, Hygiene-Museum, Dresden; Di bis So, Feiertag (außer 24./25.12. & 1.1.) 10 bis 18 Uhr; Eintritt 7, erm. 3 Euro, Kinder bis 16 Jahre frei