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Turnhalle notfalls als Asylheim

Eine Halle in Pirna sei schon im Gespräch. Für Landrat Geisler ist dies aber nur eine der letzten aller möglichen Optionen.

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Pirna/Dippoldiswalde. Muss der Landkreis bei der Unterbringung von Flüchtlingen auf Turnhallen zurückgreifen? Bei einer Pressekonferenz des Kultusministeriums klang das zumindest an. Eigentlich ging es anlässlich des Schulstarts diese Woche um die Situation an den Schulen, vor allem in Bezug auf die steigende Zahl von schulpflichtigen Kindern der Asylbewerber. Dabei fiel in Medienberichten über die Konferenz beiläufig die Bemerkung, dass in Pirna eine Schulturnhalle aktuell nicht nutzbar sei, da dort Flüchtlinge untergebracht wurden.

Das Kultusministerium dementiert auf Nachfrage allerdings sofort. „Es geht hier um die Schulsporthalle des BSZ Pirna Copitz. Allerdings wird sie derzeit nicht als Asyl-Unterkunft genutzt. Das ist falsch dargestellt, die Ministerin hat lediglich gesagt, dass diese Halle im Notfall als Unterkunft dienen könnte“, teilt Sprecherin Susann Meerheim mit. Derzeit seien dort keine Flüchtlinge untergebracht. Der Landkreis hat in der Vergangenheit tatsächlich alle Möglichkeiten für Notunterbringung von Flüchtlingen durchgespielt, um im Ernstfall gewappnet zu sein. Landrat Michael Geisler betonte aber wiederholt, dass eine Nutzung von Turnhallen für ihn eine der letzten aller möglichen Optionen sei. Der Landkreis setze klar auf die dezentrale Unterbringung in Wohnungen oder zum Teil auch auf zentrale Lösungen in Heimen. Wie lange man das angesichts ständig steigender Flüchtlingszahlen tatsächlich durchhalten kann, bleibt allerdings offen. (SZ/wei)