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Turnerinnen brillieren in Montreal

Obwohl nicht alle Pläne aufgingen, strahlen die vier Turnerinnen: Mit fünf Finalplätzen erzielt das deutsche Quartett das beste Ergebnis in der Geschichte des Deutschen Turner-Bundes.

05.10.2017

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Tabea Alt auf dem Schwebebalken: Die 17-Jährige überzeugt bei ihrem WM-Debüt.

© dpa

Montreal. Tabea Alt zieht als Vorkampf-Beste am Schwebebalken in den Medaillenkampf der Turn-Weltmeisterschaften von Montreal. Auch Elisabeth Seitz am Stufenbarren und Pauline Schäfer am Balken zogen in die Einzel-Finals am Wochenende ein. Da Seitz und Alt auch im Mehrkampf-Finale stehen, erzielten die Deutschen mit insgesamt fünf Endkampfplätzen am Mittwoch das beste Ergebnis in der Geschichte des Deutschen Turner-Bundes.

Die Stuttgarterin Kim Bui verpasste als einzige des deutschen Quartetts einen Finalplatz. Dennoch lobte Bundestrainerin Ulla Koch: „Alle Turnerinnen haben ihre Nominierung voll gerechtfertigt“.

Die 17-jährige Tabea Alt freute sich bei ihrem WM-Debüt, dass sie ihr zuvor erlittenes Missgeschick am Stufenbarren clever wegstecken konnte. „Das mentale Training hat sich ausgezahlt“, sagte sie.

Zwar entschied sie kurzfristig, ihre Dreifach-Kombination am Balken nicht anzubieten, doch kam die Ludwigsburgerin dank anderer Höchstschwierigkeiten auf den Spitzenwert von 13,533 Punkten. Im Vorkampf-Klassement rangierte sie damit vor der US-Amerikanerin Morgan Hurd (13,500 Punkte) und Pauline Schäfer, die weniger schwierig, dafür aber perfekt turnte (13,433). „Es ist einfach unbeschreiblich. Nie hätten wir uns das erträumt“, sagte Tabea Alt nach dem Gala-Auftritt der beiden Deutschen.

Am Barren hatte sie zuvor einen Sturz in Kauf nehmen müssen. Dennoch erhält Alt nun die Chance, ihre Übung im Mehrkampf-Finale am Freitag noch einmal perfekt vorzustellen. Nach der Qualifikation rangierte die Ludwigsburgerin auf Rang zwölf (53,032 Punkte). „Da will ich zeigen, dass ich auch am Barren eine gute Übung vorstellen kann“, sagte und freute sich, dass sie in der Übung gleich zwei Elemente durchturnte, die keine andere Turnerin je gezeigt hatte. Sie gehen nun als „Alt 1“ und „Alt 2“ in den Punkte-Code des Weltverbandes FIG ein.

Elisabeth Seitz turnte ihre Übung am Stufenbarren sauber durch und zog als Fünfte mit 14,700 Punkten ins Finale. Im Mehrkampf liegt Seitz mit 52,00 Punkten auf Platz 18 und steht gleichfalls im Endkampf der besten 24 Turnerinnen. „Ich bin jetzt sowas von erleichtert. Eigentlich hätte ich gedacht, dass es im letzten Durchgang noch weitaus spannender wird“, sagte die Stuttgarterin. (dpa)