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Freitag, 18.05.2018

Tumulte in Erstaufnahme-Heimen

Auf der Bremer Straße hat es eine Auseinandersetzung zwischen Sicherheitskräften und Heimbewohnern gegeben. Auch auf der Hamburger Straße gab es einen Vorfall.

Von Mirko Jakubowsky

Blick in die EAE auf der Bremer Straße
Blick in die EAE auf der Bremer Straße

© Archivbild: Sven Ellger

Dresden. In der Erstaufnahme-Einrichtung (EAE) an der Bremer Straße ist es am Donnerstagabend zu einer handfesten Auseinandersetzung gekommen. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilt, attackierten etwa 25 Bewohner den Sicherheitsdienst mit Steinen und Stühlen. Drei Security-Mitarbeiter im Alter von 26, 29 und 36 Jahren wurden dabei verletzt. Die Polizei rückte mit 32 Mann an und beendete den Tumult. Gegen fünf Heimbewohner - zwei Tunesier (19,21), zwei Libyer (18, 32) sowie einen 18-Jährigen aus Mazedonien - wird jetzt wegen Landfriedensbruchs ermittelt.

Begonnen hatte der Tumult an der Essenausgabe der EAE, als die Männer mit dem Sicherheitsdienst aneinandergerieten. Die Polizei bestätigte damit einen Bericht des Senders Radio Dresden. Wegen des Fastenmonats Ramadan, der in dieser Woche begonnen hat, dürfen Muslime erst nach Sonnenuntergang essen. Spekulationen, wonach die in der EAE Untergebrachten gegen 21 Uhr keine Essenversorgung mehr bekommen hätten, widersprach die zuständige Landesdirektion Sachsen am Freitag. Während des Ramadans gäbe es zusätzliche Essenszeiten von 20:30 bis 22 Uhr sowie 1 bis 3 Uhr, hieß es.

Auslöser des Streits war nach Angaben eines Sprechers der Heimbetreiberfirma European Homecare eine Hausordnungspassage, nach der durch die EAE ausgegebene Speisen zwingend im Speiseraum verzehrt werden müssen. Die Asylsuchenden wollten ihr Essen aber sowohl in ihren Zimmern zubereiten als auch verzehren. Aus hygienischen Gründen sei das allerdings verboten.

Für die Polizei war das aber nicht der einzige Einsatz in einer Erstaufnahmeeinrichtung: Auch im Heim auf der Hamburger Straße gab es einen Vorfall. Dort mussten 19 Beamte gegen 1.20 Uhr für Ruhe sorgen. Ersten Ermittlungen zufolge geriet ein 25-jähriger Tunesier mit dem Sicherheitsdienst in einem Essenszelt in Streit, schlug mit einer Eisenstange nach einem der Mitarbeiter und traf den 33-Jährigen am Arm. Wie die Polizei mitteilt, mischten sich daraufhin weitere Hausbewohner in den Streit ein. Mitarbeitern gelang es schließlich, die Lage zu beruhigen. Letztlich wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Stein des Anstoßes war auch hier, dass der aufgebrachte Heiminsasse sein Essen in seinem Zimmer zubereiten wollte.

Die beiden Erstaufnahmeeinrichtungen in der Friedrichstadt sind derzeit die einzigen in Dresden, die auch belegt sind: An der Hamburger Straße 19 sind – Stand April – mit etwa 460 Menschen die meisten Geflüchteten untergebracht. Weitere 246 Personen leben aktuell in den Leichtbauhallen an der Bremer Straße. (mit SZ/sr)