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Freitag, 22.12.2017

Tuberkulosefälle auf Rekordniveau

49 Dresdner sind 2017 an offener Tuberkulose erkrankt. Die Untersuchungen an der Hoga-Schule laufen weiter.

Von Juliane Richter

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Ein Bluttest zeigt, wer mit Tuberkulose infiziert ist.
Ein Bluttest zeigt, wer mit Tuberkulose infiziert ist.

© Sven Ellger

Der Tuberkulose-Ausbruch an der Leubener Hoga-Schule hat die Jahreszahlen für die Infektionskrankheit deutlich beeinflusst. Mit den fünf Fällen hat das Gesundheitsamt 2017 bisher 49 Tuberkulose-Erkrankte in Dresden registriert. Seit 2008 schwankte die Zahl zwischen 20 und 41 Fällen pro Jahr. Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) ruft dennoch zur Besonnenheit auf: „Tuberkulose war nie ausgestorben. Sie war nur aus dem Bewusstsein der Dresdner verschwunden.“

Seitdem der erste Fall an der Hoga-Schule bekannt geworden ist, sehen sich die Stadt und das Gesundheitsamt mit viel Verunsicherung konfrontiert. Angst spüren auch jene 50 Betroffenen an der Schule, bei denen eine TBC-Infektion festgestellt wurde, welche aber nicht ausgebrochen und somit auch nicht ansteckend ist. Laut Robert Heilscher vom Gesundheitsamt wurde einigen Kindern schon die Teilnahme an Geburtstagsfeiern oder dem Sporttraining untersagt. „Andere haben Angst, dass es für sie negative Auswirkungen haben kann, wenn sie sich bewerben“, sagt er. Bürgermeisterin Kaufmann stellt aber noch einmal klar, dass alle Schüler und Lehrer der Schule und die restlichen Dresdner entspannt und sorglos in die Weihnachtsferien starten können. „Sowohl die Infizierten als auch die Erkrankten sind in Behandlung. Es besteht keine Gefahr“, sagt sie.

Insgesamt 935 Schüler und Lehrer hatte das Gesundheitsamt in den vergangenen Wochen mittels einer Blutprobe auf Tuberkulose getestet. Weniger als zehn Personen waren zu den Terminen verhindert und wurden nun für kommende Woche eingeladen. Zudem laufen noch die Umgebungsuntersuchungen im privaten Bereich. Diese sollen bis Mitte Januar andauern. Das Gesundheitsamt zählt diesen Personenkreis nicht mehr – rechnet aber erneut mit einer dreistelligen Anzahl zu testender Menschen. Und auch damit, dass weitere Infizierte entdeckt werden. „Das ist jedoch ein zu erwartendes Infektionsgeschehen“, sagt Gesundheitsamtschef Jens Heimann.

Klar ist auch jetzt schon, dass alle Personen, die beim ersten Mal negativ getestet wurden, sich einer zweiten Untersuchung unterziehen müssen. Das hängt mit der mehrwöchigen Inkubationszeit der Tuberkulose zusammen. Derzeit spricht das Gesundheitsamt mit der Hoga-Schule über die Organisation. Demnach bevorzugt das Amt die Idee, erneut in den dortigen Räumen die Lehrer und Schüler zu testen.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 19 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Antonius Theiler

    Wenn Sie zu einem Lungenfacharzt müssen verlangen Sie, dass die Geräte in die Sie einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen sollen Einmalwegwerf-Filter haben. Lassen Sie sich nur durch Anschauen überzeugen. Beruhigendes oder beschwichtigendes Reden schützt Sie nicht, wenn der Arzt sich ärgert, dann schon gleich gar nicht. Viel Gesundheit!

  2. Silke L.

    Kristin Kaufmann (Linke) ruft dennoch zur Besonnenheit auf: „Tuberkulose war nie ausgestorben. Sie war nur aus dem Bewusstsein der Dresdner verschwunden.“ -- So kann man es natürlich auch interpretieren. Sie war aus dem Bewusstsein verschwunden, weil verschwindend wenig Fälle. Seit der Flüchtlingskrise haben wir den rasanten Anstieg -- aber über Ursachen wird in diesem Fall ja nicht diskutiert.

  3. Juliane

    Silke, das gehört sich ja auch nicht. Betrifft es aber Bienen, Vögel oder Wildschweine, da wird mit der Herkunft von Faulbrut, Vogelgrippe und Schweinepest offener umgegangen.

  4. Interessiert

    @2 @3: wessen Geistes Kind Sie sind, zeigen Sie selbst durch Ihre sinnentleerten Beiträge. Informieren Sie sich erst einmal ordentlich über die Tbc-Fälle der Vergangenheit, nutzen Sie die von der Stadt eingerichtete Homepage, bevor Sie mit gefährlichem Halbwissen vor anderen Hetzern und Verschwörungstheoretikern glänzen wollen. Und ja: Besonnenheit ist durchaus ein guter Rat und hilft sicher allen rundum die Hogaschule Schülern, Angestellten und ihren Familien weiter. E

  5. DDay

    Mensch, das hat ja richtig lange gedauert, bis sich jemand wieder dazu herablässt, die Schuld bei "den Ausländern" zu suchen. Gestern ist bei mir das Wlan daheim ausgefallen. DANKE MERKEL !!!!11!!1

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