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Dienstag, 26.09.2017

TU-Professor über AfD-Landesliste im Bundestag

Heiko Hessenkemper aus Großschirma ist zweiter Abgeordneter in Mittelsachsen. Am Dienstag geht es nach Berlin.

Von Maria Fricke

Es war vor allem der Umgang der Bevölkerung mit Thilo Sarrazin und seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“, der Hessenkemper Anfang 2014 zur AfD gebracht hat.
Es war vor allem der Umgang der Bevölkerung mit Thilo Sarrazin und seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“, der Hessenkemper Anfang 2014 zur AfD gebracht hat.

© André Braun

Region Döbeln. Für den direkten Einstieg in den Bundestag hat es am Ende nicht ganz gereicht. Sein Ziel hat Heiko Hessenkemper aber trotzdem erreicht. Er geht für die AfD Mittelsachsen nach Berlin in den Deutschen Bundestag. Wie am Montag bekannt wurde, wird der 61-Jährige über die Landesliste in das Parlament einziehen. Nach derzeitigem Stand bekommt die Partei 94 Plätze im Bundestag. Laut Bundeswahlleiter stellt Sachsen acht Mandate. Er selbst steht auf Listenplatz 6. „Es war ein spannender Wahlabend. Es wäre das Sahnehäubchen gewesen, wenn Frau Bellmann verloren hätte“, sagt Hessenkemper. Nur knapp 1 400 Stimmen fehlten, um als Direktkandidat in den Bundestag einzuziehen. Gerade einmal 0,9 Prozent der Erststimmen.

„Das Sachsenergebnis macht mich richtig stolz“, so der Professor für Glas- und Emailtechnologie an der TU Bergakademie Freiberg. Bundesweit habe die Partei ihr Ziel seiner Meinung nach knapp verfehlt. 14 Prozent hatte er prognostiziert, 12,6 Prozent sind es geworden. Für Mittelsachsen hatte er mit über 30 Prozent gerechnet. Das hat sowohl bei den Erststimmen (31,5) als auch bei den Zweitstimmen (31,2) gepasst. Hessenkemper hofft, dass das Ergebnis für andere ein Weckruf ist.

Am heutigen Dienstag fährt Hessenkemper zu den ersten Fraktionsgesprächen nach Berlin. Ziel der AfD sei es, weitere politische Ämter zu besetzen. So haben die Politiker bereits die Kommunalwahlen 2018 in Sachsen im Blick. „Wir müssen schauen, dass wir in die Bürgermeisterämter reinkommen“, sagt Hessenkemper.

Die Zukunft seiner Professuren-Stelle in Freiberg ist noch nicht bis ins Detail geklärt. In Blockseminaren wolle er seine Vorlesungen weiter halten. Auch für seine Doktoranden sei er weiter Ansprechpartner und werde deren Arbeiten betreuen. „Die Basisaktivitäten laufen weiter“, so der gebürtige Westfale. Zwei Wochen im Monat werde er vor Ort sein. Auch seine Funktion im Kreistag wolle er beibehalten.

Hessenkemper lebt in Großschirma, ist verheiratet, hat drei Kinder sowie zwei Enkel. 1995 kam er nach Freiberg an die TU. Anfang 2014 entschied er sich für den Eintritt in die AfD. Noch im selben Jahr wird er in den Kreistag gewählt. Von seiner Kandidatur für den Bundestag hätten ihn seine Parteikollegen erst überzeugen müssen.