Samstag, 17.11.2012

Trotz Glätte schläft der Winterdienst weiter

Der Winter hat noch gar nicht angefangen, aber die Unfallserie auf glatten Straßen reißt nicht ab. Nach den 21 Unfällen mit einer Toten und 15 Verletzten krachte es jetzt erneut in Aue, Geringswalde und Schlettau (vier Verletzte) auf eisglatten Straßen. Die Kritik an den Winterdiensten wächst.

Am Morgen hatte es auf der A72 zwischen Reichenbach und Pirk neun Mal gekracht. Dem Winterdienst in Plauen war bei Kontrollfahrten kein Eis aufgefallen. Auch die Glättemeldeanlagen hatten offenbar versagt. Vier Sensoren in der Überholspur beider Fahrtrichtungen ermitteln ständig Straßenzustand, Oberflächentemperatur, Wasserfilm und Restsalz. Zudem werden an vier Masten Temperatur, Luftfeuchte, Niederschlag sowie Wind gemessen. Die Glättemelder hatten die plötzliche Glätte nicht gemeldet.

Darum fordert der ADAC Sachsen mehr Geld für die Winterdienste, damit auf Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen „jede glatte Stelle“ gestreut wird, erklärte Marcel Lange (30).

Die Verantwortlichen hingegen zeigen mit dem Finger auf die Autofahrer, die sich auch ohne Schnee auf reifglatte Straßen einstellen müssten. Jutta Leonhardt, Pressesprecherin Erzgebirgskreis: „Die Fahrbahnverhältnisse ändern sich witterungsbedingt innerhalb kürzester Zeit, so dass trotz Einsatz von Streusalz plötzlich Glätte auftreten kann.“ (bri)

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