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Mittwoch, 04.10.2017

Trotz Ferien herrscht Hochbetrieb im Boxberger Schulhaus

Die Bauleute müssen sich gerade nicht an den Stundenplan halten, wenn es um lautstarkes Bohren und Stemmen geht.

Von Carla Mattern

In das Treppenhaus des Schulhauses an der Diesterwegstraße in Boxberg soll ein Fahrstuhl eingebaut werden.
In das Treppenhaus des Schulhauses an der Diesterwegstraße in Boxberg soll ein Fahrstuhl eingebaut werden.

© André Schulze

Ab heute wird gesägt im Schulhaus. Norbert Reimann vom Bauamt der Gemeinde Boxberg weiß, welche Bauarbeiten gerade im künftigen Boxberger Begegnungszentrum anstehen. Denn seit in dem imposanten Gebäude an der Boxberger Diesterwegstraße Mitte August der Bau startete, ist er regelmäßig vor Ort. „Ich bin jeden Tag da“, so der Mitarbeiter des Bauamtes. Auf dem Plan stehen die energetische Sanierung des Schulhauses und der Umbau zum Begegnungszentrum der obersten Etage.

Bei den anstehenden Sägearbeiten wird es laut zugehen, das ist sicher. Umso besser, dass die Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule Boxberg und der Freien Oberschule Boxberg genauso wie ihre Lehrerinnen und Lehrer gerade die Herbstferien genießen.

Denn zwei wirklich große Herausforderungen bringt das Projekt Begegnungszentrum mit sich. Zum einen hat die Gemeinde Boxberg gleich mehrere Förderprogramme angezapft, um mit möglichst wenig eigenem Geld möglichst viel zu erreichen. Das war eine Bedingung, so Hauptamtsleiter Arian Leffs, um überhaupt das Projekt in Angriff nehmen zu können. Auf der anderen Seite aber müssen der Schulbetrieb und die Baustellenarbeiten miteinander klarkommen.

Und dabei gab es anfangs Reibereien. Nicht, weil die Bauleute sich über die Absprachen hinweg gesetzt haben, die da lauten lärmintensive Arbeiten vor Schulbeginn oder nach Schulschluss auszuführen. „Die Baufirmen haben Stundentafeln von uns bekommen und an die müssen sich halten“, sagt Norbert Reimann. Aber als kurz nach dem Bauanlauf Beschwerden von Kindern und Eltern eingingen, da wurde eine Schwachstelle erkannt. Denn während noch einige Schüler beim GTA-Unterricht saßen, hatten die Bauleute laut Stundenplan schon Schulschluss angenommen und eben ihre Werkzeuge eingesetzt, ohne auf den Lärmpegel zu achten. Ganztagsangebote, kurz GTA, sind Zusatzangebote für Schüler, die im weitesten Sinn Arbeitsgemeinschaften vergleichbar sind und also spezielle Interessen fördern beispielsweise im musischen oder sportlichen Bereich.

Jedenfalls wurden die anfänglichen Beschwerden ernst genommen und ausgewertet, so Norbert Reimann. Die beiden Schulleiter sind auch eingeladen, bei den Bauberatungen dabei zu sein oder auf dem kurzen Dienstweg mit den Polieren vor Ort oder den Rathausmitarbeitern Probleme anzusprechen. Denn die sollen schließlich schnell geklärt und aus der Welt geschafft werden, wie Norbert Reimann versichert.

In diesen Tagen entsteht auch das Fundament für den Aufzug. Der wird im Treppenhaus bei den Eingängen seinen Platz finden, rund zwei Meter mal zwei Meter groß und für acht Personen ausgelegt sein. Genutzt werden kann er sowohl von den Schülern als auch von den künftigen Nutzern des Begegnungszentrums. Denn das Gebäude wird dank des Aufzuges barrierefrei. Auch Abbruch- und Stemmarbeiten sind im Gange, das Gerüst steht. Ab kommendem Montag, so der Plan, sollen die Arbeiten an der Fassade und den Fenstern beginnen. Auch die Dachdecker stehen Gewehr bei Fuß, sagt Norbert Reimann.

Das ist auch gut, denn zum einen enden Mitte Oktober die Herbstferien, zum anderen haben sich die Gemeinde als Bauherr und die beauftragten Firmen einer Herausforderung gestellt: dem Fertigstellungstermin. Der sei für April oder Mai 2018 geplant, so Norbert Reimann. Aber das funktioniert nur, wenn vor dem Wintereinbruch die Arbeiten an Dach und Fassade fertig werden, damit im Inneren des Schulhauses die Firmen ihre Arbeit verrichten können.

So ziemlich alle Aufträge sind vergeben - fast ausschließlich an Firmen aus dem Landkreis und angrenzenden Orten in der Lausitz. Im nächsten Gemeinderat am Montag spielt das Begegnungszentrum wieder eine Rolle, dann sollen noch einmal die so gut wie letzten Baulose vergeben werden, die für die Heizungs- und Sanitärinstallation.