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Mittwoch, 13.02.2013

Trend zu mehr Wohnraum steigt

Laut einer aktuellen Studie steigt der Trend zu mehr Wohnraum. Bislang sind vor allem im urbanen Umfeld bedingt durch Arbeitsmobilität, viele Singlehaushalte und hohe Mieten die 2- bis 3-Zimmerwohnungen die am stärksten nachgefragten Immobilien.

© XtravaganT - Fotolia

Viele Menschen im städtischen Raum leben alleine, sind häufig Berufspendler und verbringen wochentags den größten Teil ihrer Wachphase in ihrem Büro. Am Wochenende dann geht der Durchschnittsmensch seinen Freizeitbeschäftigungen nach, die in der Regel mit Konsumieren zu tun haben, also Shoppen, Gastronomie, Entertainment wie Kino oder Konzerte, Sport, … alles Aktivitäten, die außerhalb der Wohnung stattfinden.Gleichzeitig ist bei der Analyse des Ist-Zustandes zu erkennen, dass der Trend der letzten Jahrzehnte eine Verlagerung des Wohnraums in die Peripherie war. Die Vorstellung vom Haus im Grünen einerseits, die teilweise sehr hohen Mietpreise andererseits resultierten in schnell wachsenden Wohnsiedlungen, die aber außer reinem Wohnraum oft nicht viel zu bieten haben, da sie zu schnell und oft ohne städtebauliche Planung expandiert sind und somit keine oder wenig Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen, Grün- und Gemeindeflächen aufweisen. In der Peripherie wird also lediglich „gewohnt“. Arbeit und Freizeit finden im Zentrum statt.

Aufwertung des privaten Raumes und Gleichzeitigkeit von Beruf und Freizeit

Jetzt zeichnet sich allerdings eine Gegenbewegung ab: Der Trend geht zur Verlagerung des Lebensmittelpunkts zurück in den Wohnraum. Die Gründe dafür liegen im oben thematisierten Mangel an Freizeitangebot in den Wohnsiedlungen beziehungsweise dem überteuerten Angebot im urbanen Raum. Vor allem aber sind wichtige technische Entwicklungen im Entertainment-Bereich wie das HD-Fernsehen oder das mp3.-Format dafür verantwortlich, dass man als Privatperson nicht mehr auf die öffentliche Unterhaltungsindustrie zurückgreifen muss, sondern von zu Hause aus qualitativ hochwertiges Entertainment genießen kann. Parallel dazu ist es durch W-LAN und beinahe flächendeckenden Hochgeschwindigkeitszugriff auf das Internet mittlerweile problemlos möglich, von zu Hause aus zu arbeiten. Trendforscher beobachten auch schon erste Rückschritte in der Bereitschaft zur Arbeitsmobilität und eine Zunahme von Tele-Arbeit oder Home-Office. Es wird davon ausgegangen, dass diese Arbeitsformen noch exponentiell zunehmen werden, sobald eine breite Akzeptanz und Standardisierung seitens der Arbeitgeber erreicht wird. Die bislang aufrecht erhaltene strikte Trennung von Beruf und Freizeit, die vor allem im deutschen Kulturraum ohnehin stark verbreitet war, wird also aufgeweicht und die Entwicklung geht zu einer Gleichzeitigkeit von Beruf und Freizeit.

Funktion des Wohnraumes ändert sich mit den Anforderungen

An den Wohnraum werden also plötzlich ganz andere Ansprüche gestellt als bis vor kurzem. War die Wohnung in den letzten Jahren in ihrer Funktion reduziert auf Befriedigung der Grundbedürfnisse (essen, schlafen, sich waschen und kleiden) und ein Mindestmaß an Repräsentation (wobei soziale Kontakte oft außerhalb des privaten Raumes gepflegt wurden), ist nun eine Veränderung in der Gestaltung des Wohnraums als Reaktion auf die veränderte Ausgangslage zu beobachten. Das erste Resultat ist logischerweise ein Anstieg der durchschnittlichen Quadratmeter-Anzahl pro Bewohner. Die Gleichzeitigkeit von Beruf und Freizeit schlägt sich nieder in einer neuen Arbeitsmentalität. Man will sich beim Arbeiten wohl fühlen, gleichzeitig in der Freizeit aber entspannen und das im gleichen Wohnraum. Das Ergebnis ist die funktionsweise Unterteilung des Wohnraumes in „Bereiche“, beispielsweise einen Essbereich, in dem auch soziale Kontakte gepflegt werden können, und einen Arbeitsbereich, der gleichzeitig aber bequem ausgestattet ist und an das bestmögliche Entertainment-System angeschlossen ist, so dass Recherche und Unterhaltung zu einem Hybrid verschmelzen, was in Fachkreisen als „Infotainment“ klassifiziert wird.

Vor allem im Bereich „Badezimmer“ zeichnen sich neueste Entwicklungen ab, die darauf hindeuten, dass auch das Thema „Wellness“ Einzug in die privaten Wohnräume hält. Waren Dusche oder Badewanne in ihrer Form bislang vor allem durch ihre Funktion zur Körperpflege dominiert, kommt nun die Komponente „Seele baumeln lassen“ hinzu. Unter www.sld-shop.com kann man sich ein Bild davon machen, wie die Wellness-Welten von öffentlichen Saunen und Freizeitbädern nun in den privaten Raum verlagert werden. Dampfduschen, Badewannen mit Massagedüsen und aufwändige Beleuchtungssysteme erhöhen die Funktion des Badezimmers zum Ort der Entspannung und Muße und generieren damit einen Gegenpol zur Arbeit, die ebenfalls im Wohnraum präsent ist.

Gerade die Aufwertung des Badebereichs als Gegenstück zum Arbeitsplatz verdeutlicht die Wichtigkeit des Gleichgewichts aus Beruf und Freizeit. Durch den Einzug der Arbeit in die privaten Räume entstand das Bedürfnis nach Raum für die persönliche Entfaltung und für mentale Entspannung. Nach den Entwicklungen im Infotainment-Bereich, die mittlerweile fast jedes zu Hause erreicht haben, ist also zu erwarten, dass die „Nachrüstung“ des Badezimmers in den nächsten Jahren folgen wird, um im Wohnraum die Freizeit wieder aufzuwerten.