Mittwoch, 28.11.2012

Traumhaus mit Ecken und Kanten

Jahrzehntelang verfiel das Haus Siebergasse 5. Doch nun soll es wieder auferstehen. Aus Liebe.

Von Nicole Preuß

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Die Künstlerin Elke Grosche will das Haus Siebergasse 5 mit ihrem Lebensgefährten sanieren. Gemalt hat sie es schon. Fotos: SZ/Uwe Soeder
Die Künstlerin Elke Grosche will das Haus Siebergasse 5 mit ihrem Lebensgefährten sanieren. Gemalt hat sie es schon. Fotos: SZ/Uwe Soeder

Der Farbanstrich im Treppenhaus bröckelt wie der Putz außen. Fenster sind eingeschlagen. Selbst von der metallenen Hausnummer 5 sind Ecken abgebrochen. Das Haus an der Siebergasse ist in einem erbärmlichen Zustand. Und das schon seit Jahrzehnten. Anfang der 90er-Jahre zog die letzte Mieterin aus. Seitdem steht es leer.

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  • Die Künstlerin Elke Grosche will das Haus Siebergasse 5 mit ihrem Lebensgefährten sanieren. Gemalt hat sie es schon. Fotos: SZ/Uwe Soeder
    Die Künstlerin Elke Grosche will das Haus Siebergasse 5 mit ihrem Lebensgefährten sanieren. Gemalt hat sie es schon. Fotos: SZ/Uwe Soeder

Die Bautzenerin Elke Grosche und ihr Stuttgarter Lebensgefährte Ronald Burkhardt wollen das ändern. „Als wir uns das Haus angeschaut haben, hat es uns gleich für sich eingenommen“, sagt Elke Grosche. Da störten auch kaum Einwände von Familie und Freunden, die ihnen davon abrieten. „So ein altes Haus, wer weiß, was euch erwartet“, hieß es. Doch das Paar geht das Risiko ein. Auch mit einer gehörigen Portion Optimismus und Vertrauen auf ihren Bauplaner. „Wir mögen das Haus und das Haus mag uns“, ist sich Elke Grosche sicher.

Kein Wunder, dass sie auch selbst einziehen wollen. Dabei bietet es innen mehr Platz, als von außen gedacht. Unten können Abstellräume und Gästezimmer entstehen. Im ersten Stock Küche, Bad, Arbeitszimmer und Esszimmer. Im Dach Wohnbereich und Schlafzimmer. 200 Quadratmeter Wohnfläche könnten so entstehen, schätzt der Bauplaner. Selbst für ein kleines Atelier im Spitzdach wäre noch Platz. Das ist für Elke Grosche gut, die neben ihrer Arbeit in der Volkshochschule und als Stadtführerin zeichnet. Auch das Haus an der Siebergasse hat sie gleich gemalt, nachdem sie es mit ihrem Lebensgefährten gekauft hat. Die Bilder hat Elke Grosche zur Einkaufsnacht Romantica gezeigt. Da führte sie Interessierte in das uralte Haus. Viele haben da gesagt, das Haus sähe noch heute aus wie viele Innenstadt-Häuser Anfang der 90er-Jahre. Es gibt nicht mehr viele ihrer Art – unsaniert und halb verfallen. Auch deshalb haben Elke Grosche und Ronald Burkhardt zugegriffen, als sich die Gelegenheit bot. „Wir wohnen gern in der Stadt“, sagt Elke Grosche, die momentan noch zur Miete in der Bautzener Innenstadt lebt. Zumal sie die Gebäude der Stadt auch schon auf vielen Zeichnungen verewigt hat.

Am Wochenende wird sie den Stift gegen die Schubkarre tauschen. Dann will sie mit ihrem Mann und ein paar Freunden den kleinen Hof aufräumen. Ein Nebengebäude ist dort schon zum Teil eingefallen. Weil der Hof keinen Hinterausgang hat, müssen sie den Schutt durch den Hausflur zum Container auf der Straße schieben. Auch verwildertes Gestrüpp und Bäume sollen fallen. Über den Winter wird sich dann ein Statiker das Haus genauer anschauen. Geplant ist auch, dass die Giebelwand bis zum Frühjahr gesichert wird. Schon im kommenden Jahr will das Paar dann einziehen. Das heißt, wenn das Haus zu Weihnachten halbwegs saniert ist. Ihr Bauplaner hat ihnen Hoffnung gemacht, wenn auch nicht sehr große.

Vieles wollen sie dabei erhalten. Die Dielen, die Türen mit den Eisenklinken, den kleinen Schrein im Hausflur. Auch das Geländer des über 350 Jahre alten Hauses soll bleiben. „Vielleicht finden wir noch eine andere Schicht Farbe unter dem Anstrich“, sagt Elke Grosche. Dann soll es so restauriert werden.

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