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Mittwoch, 09.03.2016

Trauer um Gottfried Zawadzki

Der Kamenzer Maler ist am Sonntag im Alter von 93 Jahren gestorben. Der Nachruf der Stadt würdigt einen großen Künstler und Kunst-Lehrer.

Gottfried Zawadzki (15. August 1922 – 6. März 2016).
Gottfried Zawadzki (15. August 1922 – 6. März 2016).

© Rene Plaul

Kamenz. Der Kamenzer Maler Gottfried Zawadzki ist tot. Wie die Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte, habe man erfahren, dass der weit über die Region hinaus bekannte Künstler am Sonntag im Alter von 93 Jahren verstorben ist. Oberbürgermeister Roland Dantz; „Wir trauern um einen verdienstvollen Freund und Kamenzer Bürger sowie bedeutenden Künstler.“

Mit Gottfried Zawadzki verliere man „einen Nestor“ der Kamenzer Künstlerwelt. Er habe sich unmittelbar nach der Kriegszeit in die sächsische Kulturszene und Kunstlandschaft, aber auch international eingebracht. Zahlreiche Ausstellungen haben seinen Ruf begründet, der weit über die Grenzen Sachsens hinaus reicht. „Mit vielen Ausstellungen bereicherte er das Kulturleben der Region, so sei noch einmal an die mit einem städtischen Festakt anlässlich seines 90. Geburtstages verbundene Ausstellung in der Klosterkirche St. Annen erinnert“, so der OB. Nicht zu vergessen sei in diesem Zusammenhang die Gestaltung zahlreicher Kirchenräume, gleich ob katholischer oder evangelischer Provenienz, die bis 1989 sein Leben als Künstler entscheidend mit beeinflusst haben.

Hohe Ehren erfahren

Neben anderen Würdigungen war die Verleihung des Verdienstkreuzes 1. Klasse am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2003 ein Höhepunkt der öffentlichen Ehrung von Gottfried Zawadzki. Diesen bekam er nicht nur in Anerkennung seines künstlerischen Schaffens vor und nach 1989, sondern auch als Mentor für Kunstinteressierte und Kunsterzieher, für Studenten und Schüler, denen er seine Kunst-, aber auch Lebenserfahrungen vermittelte. Roland Dantz: „Ich habe Gottfried Zawadzki als einen sehr offenen Menschen kennengelernt, der auch im hohen Alter die ungebrochene Lust hatte, im besten Sinne des Wortes, über das Wesen, über den Sinn von Kunst zu streiten.“ Es sei und bleibe ein großes Glück, dass Gottfried Zawadzki in seiner Heimatstadt – umgeben von seiner Familie und seinen Mitstreitern – sein künstlerisches Werk bis ins hohe Alter weiterführen konnte.

Gottfried Zawadzki hinterlasse ein umfangreiches Werk, das für die Stadt und für die Region und über sie hinaus äußerst bedeutsam ist. „Seine Arbeiten nennen viele ihr Eigen und sie waren und sind präsent in öffentlichen Einrichtungen, so auch im Kamenzer Rathaus.“ Man werde sich immer wieder dieses künstlerisch rastlosen Menschen gern erinnern, der sich manchmal gerade durch seine im besten Sinne knorrige, aber vor allem bodenständige Art einprägt habe. „Aber vor allem künden die Werke von seinem Schaffen – sie sind das geistige und künstlerische Erbe, welches es zu bewahren gilt“, so Dantz. (szo)