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Trauer nach Tod von Imbiss-Inhaber

Der Betreiber einer Grillkette kam auf mysteriöse Weise ums Leben. Ihm gehörte ein Bratwurststand in Radeberg.

02.04.2016
Von Thomas Drendel

ch Tod von Imbiss-Inhaber
Der Imbiss an der Dresdner Straße in Radeberg öffnete im Herbst vergangenen Jahres. Jetzt ist der Betreiber der Grillkette auf der Autobahn bei Schwerin ums Leben gekommen.

© Thorsten Eckert

Radeberg. Betroffenheit und Anteilnahme. Mit diesen Worten lässt sich die Stimmung im Bratwurstimbiss an der Dresdner Straße in Radeberg beschreiben. Dem Verkäufer und seiner Kollegin ist anzusehen, wie nahe ihnen der Tod ihres Chefs geht. Gegenüber der SZ wollen sie sich nicht äußern. Die ungewöhnlichen Umstände des Todes ihres Chefs und Geschäftsführers der U&K GmbH tragen wohl zu dieser Haltung bei.

Der Firmenchef war am Osterwochenende unter ungewöhnlichen Umständen zu Tode gekommen. Er fuhr am Gründonnerstag mit seinem Mercedes-Geländewagen auf der A 14 bei Schwerin gegen eine Leitplanke. Was zunächst nach einem gewöhnlichen Unfall aussah, stellte die Polizei vor Rätsel. Während der Fahrt hatte sich ein Schuss aus einer Waffe gelöst. Die Kugel tötete den Unternehmer, der am Steuer saß. Der Vorfall muss sich bei hohem Tempo ereignet haben. Für die Experten der Polizei war zunächst unklar, ob sich der Schuss versehentlich beim Hantieren mit der Waffe gelöst hat oder ob der Fahrer sich absichtlich erschossen hat.

Kein Fremverschulden erkennbar

Inzwischen scheint die Sache klar. Nach Angeben von Stefan Urbanek von der Staatsanwaltschaft in Schwerin hat sich der Unternehmer gezielt erschossen. „Wir gehen von einem Suizid aus“, sagte der Oberstaatsanwalt. „Ein Fremdverschulden ist nicht erkennbar.“

Unklar ist hingegen, ob der Mann die Waffe legal bei sich hatte und über einen Waffenschein verfügte, oder ob er sie widerrechtlich bei sich trug. „Dazu kann ich keine Angaben machen“, sagte der Staatsanwalt. Zu den Hintergründen wollte Urbanek nichts sagen. Er räumte jedoch ein, dass die Umstände der Tat sehr ungewöhnlich sind.

Die Geschäfte gehen weiter

Nach dem tragischen Tod scheint jedoch sicher, dass es den Bratwurststand in Radeberg auch in Zukunft geben wird. „Die Geschäfte gehen wie gewohnt weiter. Auch die Öffnungszeiten bleiben die gleichen“, sagt eine Mitarbeiterin. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Dessau-Roßlau. In Radeberg, Pirna und anderen Städten betreibt U&K Filialen.

Die Holzkohlegrill-Station in Radeberg war erst im vergangenen Jahr in der ehemaligen Tankstelle an der Dresdner Straße eröffnet worden. Mehrmals musste der Termin verschoben werden, da die Bauarbeiten auf der Fahrbahn und an den Gehwegen angedauert hatten. Gegenüber der SZ zeigte sich der Unternehmer damals voller Tatendrang. „Wir suchen stets in ganz Deutschland nach neuen Standorten und dabei ist uns diese günstig an der Ortsdurchfahrt gelegene alte Tankstelle aufgefallen“, sagte der Geschäftsführer. Anschließend wurde das Gebäude saniert und in knalligem Rot gestrichen. Im Herbst ging es dann los. Autofahrer machen hier ebenso Station wie Mitarbeiter umliegender Firmen. Außerdem wurden vier feste Arbeitsplätze in dem Grill an der Dresdner Straße geschaffen.