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Freitag, 07.08.2015

Touristin bei Jagdunfall getroffen - BH verhindert Schlimmeres

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Gadebusch. Ein Metallteil ihres Büstenhalters hat eine Touristin bei einem Jagdunfall in Mecklenburg-Vorpommern wohl vor schlimmeren Verletzungen bewahrt.

Die 41-Jährige aus Nordrhein-Westfalen war mit ihrem Begleiter auf einem Fahrrad an einem Rapsfeld bei Gadebusch unterwegs, als sie plötzlich Schmerzen spürte. „Nach den bisherigen Untersuchungen wurde sie von einem Gegenstand vorn im Brustbereich getroffen“, sagte ein Polizeisprecher am Freitag in Wismar.

In der Gegend lief gerade eine Wildschweinjagd. Die Frau aus dem Kreis Gütersloh kam buchstäblich mit einem blauen Fleck davon. An der Stelle, an der ein Metallbügel des BH saß, sei ein Munitionsteil gefunden worden. Die Polizei ermittelt nun gegen den mutmaßlichen Schützen - einen der Jäger - wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung.

Die Jagd sei abgebrochen und die Waffe des Jägers sichergestellt worden, hieß es. Es sei möglich, dass das Geschoss bei der Jagd abgeprallt sei. Bei der Suche sei unter anderem ein toter Frischling gefunden worden. (dpa)

Leser-Kommentare

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  1. Antonietta

    Deutschlands Jäger, insgesamt noch etwa 350.000, greifen massiv in die Ökosysteme unserer Kulturlandschaft ein. Sie verändern sie zu ihrem Nutzen und oft zum Nachteil für den Naturhaushalt. Für den Abschuss begehrte Arten wie Rehe, Hirsche und Fasane werden mit Wildfütterungen, Medikamenten oder Aussetzaktionen in unnatürlicher Weise vermehrt, wodurch insbesondere den letzten naturnahen Wäldern Fraßschäden gefördert werden. Gegen lästige Konkurrenten, von Fuchs über Marder, Dachs und Iltis bis hin zum Mauswiesel, führt man dagegen mit einer Vielzahl oft tierquälerischer Fallen und dem Gewehr einen wahren Feldzug. Anschließend dient sich die Jägerschaft in der Öffentlichkeit als Ersatz für die zuvor von eigener Hand ausgerotteten "Raubtiere" an. Doch diese kann und muss der Mensch gar nicht ersetzen. Beutegreifer haben in der Regel einen nur qualitativen Einfluss auf die Populationen ihrer Beutetiere. Sie töten meist kranke, schwache oder junge Tiere. Eine quantitative Beeinflussung von Tierbeständen durch "Raubtiere" gab es nie, dazu war ihre Siedlungsdichte von Natur aus schon immer viel zu gering. Diese Aufgabe haben vielmehr schon immer Kontaktkrankheiten, innerartliche Konkurrenz und kalte Winter übernommen - lauter Faktoren, die auch in unserer Kulturlandschaft nichts von ihrer Wirksamkeit eingebüßt haben. Um Hirsche und Wildschweine zu regulieren bedarf es also weder Wölfe, noch Jäger. Zugvögel wie Wildenten, arktische Gänse, Schnepfen und Wildtauben sind beliebte Zielscheiben in Deutschland. Hier beschränkt sich die "Hege" oft ausschließlich auf den Abschuss. Rund 1,5 Millionen Zugvögel werden in jedem Jahr in Deutschland geschossen Beliebt ist daneben auch die Jagd auf handzahme Wildtiere, vor allem Wildschweine, in so genannten "Jagdgattern". Effektive Jagdkontrollen fehlen, anders als in allen anderen EU-Ländern, in Deutschland weitgehend. Sie müssen hier nämlich von den Jägern selbst vorgenommen werden. Illegale Greifvogelabschüsse, Vergiftungsaktionen gegen "Raubwild" und andere Verstöße gegen Jagd- und Naturschutzrecht sind deshalb in vielen Revieren immer noch an der Tagesordnung.

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