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Tote Fische im Feuerlöschteich

Die Welse haben den Sauerstoffmangel im Gewässer nicht überstanden. Saalbacher versuchten, die Fische zu retten.

04.10.2017
Von Sylvia Jentzsch

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Damit dem Wasser im Saalbacher Feuerlöschteich wieder mehr Sauerstoff zugeführt wird, haben Anwohner eine Pumpe installiert. Mit deren Hilfe wird das Wasser umgewälzt. Das soll das Fischsterben im Teich verhindern beziehungsweise verringern.

© André Braun

Hartha. Wie die Fische in den Feuerlöschteich von Saalbach gekommen sind, weiß keiner so genau zu sagen. Auf jeden Fall fühlten sich in dem Gewässer bis zum Freitag sogar Welse ganz wohl. Jetzt sind viele von ihnen tot. Sie schwammen am Wochenende mit dem Bauch nach oben im Teich. Auf dem Gewässer hatte sich jede Menge Schaum gebildet. Deshalb gingen die Saalbacher, die helfen wollten, davon aus, dass Sauerstoff fehlt. Bereits am Sonnabend begannen sie mit Hilfe einer Umwälzpumpe das Wasser mit Sauerstoff anzureichern. Das sprudelt jetzt wie eine Fontäne in den Teich. Die toten Fische haben die Helfer von der Wasseroberfläche abgelesen und entsorgten sie. Das beobachteten auch einige Spaziergänger.

Am Montagvormittag sprudelte das Wasser immer noch. Auf der Oberfläche des Teiches schwammen neben kleinen Schaumgebilden auch jede Menge Blätter im Teich. Ab und zu gluckste es noch. Ein Zeichen dafür, dass es einigen noch lebenden Fischen gut ging. Allerdings entdeckte der Fotograf des DA am Mittag wieder zwei tote Welse.

„Wahrscheinlich haben es die Goldfische überstanden“, sagte einer der Helfer, die alle nicht genannt werden wollen. Vor Ort war am Sonntag auch Gemeindewehrleiter René Greif. Er spricht von einem akuten Fischsterben, dessen Ursache unbekannt sei. Obwohl für ihn als Feuerwehrmann nur die Tatsache, dass für eventuelle Löscharbeiten genügend Wasser zur Verfügung steht, zählt, kümmerte er sich und nahm Kontakt mit Matthias Schnek von der Forellenzuchtanlage im Töpelwinkel auf. Dieser habe vermutet, dass entweder jemand etwas in den Teich geschüttet hat, oder dass das Gewässer biologisch umgekippt ist, so Greif. Schnek habe geraten, die noch lebenden Fische aus dem Teich zu holen und in ein anderes Gewässer zu setzen.

„Für mich als Gemeindewehrleiter ist das Gewässer ein Feuerlöschteich. Die Qualität des Wassers spielt da keine Rolle. Wichtig sind die 100 bis 150 Kubikmeter Wasser, die uns zum Löschen sofort zur Verfügung stehen“, sagte Greif. Dieser Wasservorrat biete einen Puffer, bis die Kameraden im Ernstfall eine lange Wasserversorgung bis zum Mühlgraben in Steina aufgebaut haben. Das war unter anderem im November 2009 notwendig, als eine Halle eines Landwirtschaftsbetriebes mit etwa 2 000 Strohballen brannte.

„Es ist schade, dass das passiert ist“, so ein junger Mann, der sich mit dafür eingesetzt hat, dass den noch lebenden Fischen geholfen wird. Er habe beobachtet, dass sich die Kinder immer gefreut haben, wenn sie die Fische beobachten und füttern konnten. Allerdings sei das mit dem Beobachten gar nicht so einfach gewesen, denn der nur etwa 1,20 Meter tiefe Teich ist verschlammt. Auch ein ansehnliches Geländer, das den Teich optisch abgrenzt, würde dem Areal gut tun. Das vorhandene ist ziemlich krumm, schief und unansehnlich – kein schöner Anblick für die Anwohner und Spaziergänger.

Diejenigen, die Einsatz gezeigt haben, hätten sich gern an eine offizielle Stelle gewandt, um Hinweise oder Handlungsanweisungen zu bekommen. Doch niemand habe gewusst, wer in solch einem Fall Ansprechpartner ist, wie man ihn erreichen kann oder ob es eine Notrufnummer für solche Fälle gibt, so einer der Helfer.