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Mittwoch, 05.08.2015

Toskana-Thermen-Sanierung billiger

Das Bad ist längst wieder geöffnet. Doch finanziell wirkt die Elbeflut 2013 bis heute nach.

Von Matthias Weigel

Gerüstbauer Maik Knuschke aus Heidenau montierte im Zuge der Renovierung das Wetterschutzdach über dem Außenbecken der Toskana Therme. Seit gut einem Jahr ist das Bad wieder offen.
Gerüstbauer Maik Knuschke aus Heidenau montierte im Zuge der Renovierung das Wetterschutzdach über dem Außenbecken der Toskana Therme. Seit gut einem Jahr ist das Bad wieder offen.

© Marko Förster

Bad Schandau. Der Wiederaufbau der Toskana-Therme in Bad Schandau hat 7,13 Millionen Euro gekostet. Die Zahl stehe nach der Abrechnung inzwischen fest, erklärt Jana Thiele. Sie ist Geschäftsführerin der kreiseigenen Kurortentwicklungsgesellschaft Sächsische Schweiz (KEG), der die Immobilie gehört. Ursprünglich war man von 7,26 Millionen Euro ausgegangen. Damit liegt der Wiederaufbau 130 000 Euro günstiger. Den größten Teil konnte man aus Geldern der Versicherung (3,75 Millionen Euro) und Fördermitteln (über drei Millionen Euro) bestreiten. Der Rest kam aus Eigenmitteln. Das Hochwasser und die Folgen verhageln der KEG allerdings das Ergebnis für 2014. Rund 450 000 Euro Minus stehen in der Jahresbilanz, die Thiele im Kreistag vorgelegt hatte.

Die Elbeflut im Juni 2013 hatte das meiste an Technik, das Blockheizkraftwerk und die Außensauna der Therme zerstört – und auch den Rest arg in Mitleidenschaft gezogen. Der Badetempel musste für zehn Monate den Betrieb einstellen. Neben den fehlenden Einnahmen – der Betreibervertrag mit der Toskanaworld GmbH aus Bad Sulza wurde für die Zeit unterbrochen – fielen die Kosten für den Wiederaufbau an.

Neues Schutzkonzept erarbeitet

Für die kleine KEG war der ein Mammutprojekt. Erst standen Trocknung, Reinigung, Desinfektion und Demontage an. Ende 2013 begannen die Aufbauarbeiten. 40 Firmen und vier Planungsbüros waren laut Thiele daran beteiligt. Um bei künftigen Hochwassern derartige Schäden zu vermeiden, wurden in vielen Bereichen bauliche Optimierungen durchgeführt und ein neues Schutzkonzept erarbeitet, betont die Geschäftsführerin. Am 17. April 2014 konnte dann die Therme wieder eröffnen – seitdem fließen auch die Einnahmen von der Toskanaworld wieder.

Die Verwaltung und Verpachtung der Therme ist das Hauptgeschäftsfeld der KEG – neben Beratung und Tourismusprojekten, wie zuletzt der Beschilderung des Radfernwegs „Sächsische Mittelgebirge“. Entsprechend erwartet die KEG für das laufende Geschäftsjahr dann auch wieder ein positives Ergebnis. Die Nachfrage nach Wellness- und Spa-Angeboten sei, und gerade auch im Zusammenhang mit der Tourismusregion, ungebrochen, heißt es in der Einschätzung der künftigen Geschäftslage. Seit der Wiedereröffnung hätten sich die Besucherzahlen längst wieder stabilisiert – etwa 180 000 Besucher zählte man zuletzt pro Jahr. Der Vertrag mit Toskanaworld läuft vorerst bis 2024. Die beschäftigt rund 25 Mitarbeiter in der Therme.

Die KEG hingegen kommt mit einer Teilzeitbeschäftigten aus. Auch Thiele ist dort nur anteilig beschäftigt. Die Firma in Kreisbesitz setzte 2014 dennoch immerhin 3,5 Millionen Euro um. Größtes Risiko bleibt laut Geschäftsbericht – neben Kostensteigerungen – ein mögliches neues Hochwasser. Zwar wurden nach der Flut 2013 neue, höhere Versicherungen abgeschlossen. Doch die Schäden und Umsatzausfälle dürften die Versicherungsleistung wohl dennoch wieder übersteigen.