Mittwoch, 21.11.2012
Tolkien-Erben verklagen „Hobbit"-Filmproduzenten
Plastik-Studien von Gollum bei der "Herr der Ringe"-Ausstellung im Babelsberger Filmpark. Foto: dapd
Wellington. Streit um Hobbits: Wenige Tage vor dem Start der Filmtrilogie „Der Hobbit" nach einem Roman von J.R.R. Tolkien haben die Erben des verstorbenen Schriftstellers die Produzenten auf 80 Millionen Dollar (rund 62 Millionen Euro) verklagt. Die digitalen Marketingstrategien wie der Einsatz in Online-Glücksspielen seien „moralisch fragwürdig", hieß es in der am Dienstag (Ortszeit) in Los Angeles eingereichten Klageschrift, von der eine Kopie der Zeitung „The Hollywood Reporter" vorlag.
Tolkiens Erben machen geltend, dass die Marketingvereinbarung nur materielle Güter wie Spielfiguren und Kleidung umfasse - jedoch keine elektronischen Rechte. Die Produktion von Online-Spielen sei nicht nur eine Überschreitung der Rechte, sondern habe auch in der großen Tolkien-Fangemeinde Verärgerung ausgelöst und damit „irreparablen Schaden an Tolkiens Erbe und Ruf" verursacht, schrieb die Familie.
Die Klage richtet sich gegen die US-Produktionsfirma Warner Bros, deren Tochterfirma New Line und Rechteinhaber Saul Zaentz. Warner Bros wollte sich zunächst allerdings nicht zu den Anschuldigungen äußern. Lange Verhandlungen mit den Betroffenen seien ergebnislos geblieben, teilte die Familie mit. Tolkiens Angehörige befürchten demnach, dass der Umfang der Online-Vermarktung mit der neuen Hobbit-Verfilmung noch weiter zunehmen wird.
„Der Hobbit" ist eine Filmtrilogie, die auf dem Buch „Der Kleine Hobbit" des britischen Schriftstellers John R. R. Tolkien beruht. Es ist die Vorgeschichte zu seinem ebenfalls verfilmten Roman „Der Herr der Ringe". Der erste Teil der rund 50 Millionen Dollar teuren Produktion, „Eine unerwartete Reise", soll am 28. November in Wellington gezeigt werden. In Deutschland kommt er am 13. Dezember in die Kinos. (dapd)
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http://www.sz-online.de/nachrichten/tolkien-erben-verklagen-hobbit-filmproduzenten-2454625.html