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Mittwoch, 02.03.2016

Tod im Schneegestöber

Ein 42-Jähriger stirbt auf der B 6, in der Massenei überschlägt sich ein Auto. Das war nicht der einzige Unfall.

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In diesem Auto verunglückte am Montagabend ein 42 Jahre alter Mann in Großharthau. Obwohl Helfer sofort vor Ort waren, konnten sie den Fahrer nicht mehr retten. Die Polizei ermittelt nun zur Unfallursache.
In diesem Auto verunglückte am Montagabend ein 42 Jahre alter Mann in Großharthau. Obwohl Helfer sofort vor Ort waren, konnten sie den Fahrer nicht mehr retten. Die Polizei ermittelt nun zur Unfallursache.

© Rocci Klein

  • In diesem Auto verunglückte am Montagabend ein 42 Jahre alter Mann in Großharthau. Obwohl Helfer sofort vor Ort waren, konnten sie den Fahrer nicht mehr retten. Die Polizei ermittelt nun zur Unfallursache.
    In diesem Auto verunglückte am Montagabend ein 42 Jahre alter Mann in Großharthau. Obwohl Helfer sofort vor Ort waren, konnten sie den Fahrer nicht mehr retten. Die Polizei ermittelt nun zur Unfallursache.
  • Der Frühling lässt auf sich warten, und die Kraftfahrer müssen wie hier bei Steina im Wintermodus bleiben. Für die schon fortgeschrittene Natur ist die kühle Phase gut, sagt Wetterfachmann Jens Tischer, so treiben die Pflanzen nicht weiter aus. Ergiebige Winterniederschläge haben die Wasserspeicher wieder etwas aufgefüllt, in den Hochlagen der Mittelgebirge kann man weiterhin Wintersport betreiben.
    Der Frühling lässt auf sich warten, und die Kraftfahrer müssen wie hier bei Steina im Wintermodus bleiben. Für die schon fortgeschrittene Natur ist die kühle Phase gut, sagt Wetterfachmann Jens Tischer, so treiben die Pflanzen nicht weiter aus. Ergiebige Winterniederschläge haben die Wasserspeicher wieder etwas aufgefüllt, in den Hochlagen der Mittelgebirge kann man weiterhin Wintersport betreiben.

Zum meteorologischen Frühlingsanfang schlug der Winter vom Montag zum Dienstag noch einmal mit ganzer Kraft zu und brachte die Kraftfahrer ins Schleudern. Die Bilanz sind 34 Unfälle in gut elf Stunden in der Polizeidirektion Görlitz. Darin noch nicht enthalten ist ein besonders schwerer Crash am Montagabend mit Todesfolgen. Da begann es, zu schütten. In Lückersdorf fielen bis zum Dienstagmorgen 14 Zentimeter Neuschnee in wenigen Stunden: „Die höchste Schneedecke des ganzen Winters“, so der Kamenzer Meteorologe Jens Tischer.

Bilder vom Unfall in Großharthau

Verkehrschaos begann schon am Montagabend, als Sattelschlepper den Autobahnanschluss in Burkau blockierten. Mit am schlimmsten erwischte es wohl die Kraftfahrer im Raum Pulsnitz-Rödertal bis Großharthau. Dort ereignete sich Montagabend der tödliche Verkehrsunfall auf der B 6. Ein lauter Knall schreckte die Gäste des Hotels Kyffhäuser auf. Das Fahrzeug war zu dem Zeitpunkt nur noch ein zertrümmertes Wrack. Vor dem Hotel war der 42-jährige Fahrer mit seinem Audi ins Schleudern gekommen. Der Wagen drehte sich und prallte mit voller Wucht auf einen Laster im Gegenverkehr. Dessen Fahrer hatte bei der Glätte keine Chance mehr, sein tonnenschweres Gefährt zu bremsen. Zeugen sprachen von dramatischen Minuten als Helfer den 42-Jährigen aus dem Fahrzeug befreiten und Decken besorgten. Feuerwehrleute und Rettungsdienst hatten noch versucht, dem Mann das Leben zu retten, doch er starb an den Verletzungen. Die B 6 war in Großharthau für rund vier Stunden voll gesperrt. Die Polizei ermittelt nun zum genauen Hergang des Unfalls. Das war nicht der einzige.

Busunfall in Radeberg

Zwischen Großröhrsdorf und Seeligstadt gab es in diesem Winter schon mehrfach Probleme, so rutschte sogar ein Bus in den Straßengraben. In den Morgenstunden des Dienstags überschlug sich auf der Strecke ein Ford. Eine Person wurde verletzt. In Radeberg kollidierten fast zur selben Zeit gegen 7 Uhr ein Bus und ein Auto. Das Heck des Busses war ausgebrochen und gegen den Pkw geprallt. Die Fahrerin verletzte sich laut Polizei leicht. Ansonsten verlief der Crash zum Glück glimpflich. Aber die Polizei schätzt den Sachschaden auf immerhin 15 000 Euro.

Die Polizeidirektion Görlitz resümierte gestern Nachmittag, dass es auf jeden Fall mehr Unfälle als an Durchschnittstagen waren, zu denen sie ausrücken mussten. 14 mehr als zum Beispiel am vergangenen Donnerstag. Abgesehen von der Todesfahrt, wurden noch mindestens drei Personen zum Teil schwer verletzt.

In den nördlicheren Regionen des Kreises knickte der schwere nasse Schnee auch Bäume und ließ sie über die Straße kippen. Einen Telefonmast ebenfalls. Die Feuerwehr rückte zu drei Einsätzen aus und räumte in Lieske, Großsärchen und Weißkollm Stämme von der Straße.

Frühling lässt auf sich warten

Der Winterdienst des Kreises war seit Montagmorgen 3 Uhr im Einsatz. Die sechs Straßenmeistereien sind für die Bundes-, Staats- und Kreisstraßen zuständig: „In den höheren Lagen wurde die Nacht durchgefahren“, so Pressesprecher Gernot Schweitzer vom Landratsamt. 32 Winterdienstfahrzeuge schickte der Kreis ins Schneegestöber, sechs in den Raum Kamenz. Durch den starken Flockenwirbel am Montagabend war der Schnee vielerorts schnell festgefahren und äußerst glatt. Deshalb heuerte der Kreis zusätzliche Winterdienstfahrzeuge von Partnerunternehmen an, um die Intervalle beim Räumen zu verkürzen. Sechs zusätzliche Fahrzeuge waren unterwegs, zwei davon im Bereich Kamenz. Und es wird wohl nicht der letzte Einsatz gewesen sein. Denn der Frühling ist im Kamenzer Land bis auf Weiteres nicht in Sicht. Das prognostiziert Wetterfachmann Jens Tischer: „Ein Hoch über Finnland versperrt den Tiefdruckgebieten den Weg, die nun direkt von Island nach Mitteleuropa und ins Mittelmeer ziehen.

Im Gepäck haben sie etwas erwärmte Polarluft.“ So habe das Wetter Aprilcharakter. Es bleibe wechselhaft. Zu erwarten sind für unsere Region Schnee-, Regen- und Graupelschauer. Aber es sei auch nicht ganz hoffnungslos: Auch die kräftiger werdende Märzsonne schaue mal hervor. Die Temperaturen, so Tischer, liegen meist bei ungemütlichen 5 bis 10°C. Nachts ist mit Frost zu rechnen und in der Folge mit Glatteis. Es bleibt also winterlich und entsprechend glatte Straßen. Jens Tischer: „Ob übernächste Woche nach starkem Regen vielleicht mal etwas Warmluft von der Ukraine bis zu uns stößt, ist ungewiss.“ Und so rät die Polizei: „Fahren Sie bei den derzeitigen Witterungsbedingungen vorsichtig.“ Es sei noch viel zu früh die Fahrweise auf Frühling umzustellen oder gar die Winterräder schon abzumontieren.“ Die Autoscheiben sind vor Fahrtbeginn von Schnee und Eis zu befreien, und es ist mehr Zeit für die Fahrt einzuplanen. (mit ir)