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Dienstag, 30.07.2013

Tierheim rettet 13 kranke Katzen

In der Wohnung einer kranken Frau vermehrten sich die Tiere ungehindert. Dank eines Zufalls konnte das unterbunden werden.

Klein und scheu – eine der in Eisenach geretteten Katzen.Foto: Aktion Tier
Klein und scheu – eine der in Eisenach geretteten Katzen.Foto: Aktion Tier

Der Verein Aktion Tier hat jetzt zusammen mit seinem Partner, dem Tierschutzzentrum Meißen-Winkwitz, einen Fall von sogenanntem Animal Hoarding in Eisenach beendet. In einem heruntergekommenen Einfamilienhaus hielt eine psychisch kranke Frau 15 Katzen. „Der Bestand hatte sich aus ursprünglich drei Tieren entwickelt, die nicht kastriert waren und sich folglich regelmäßig vermehrten“, sagt Ursula Bauer von der Aktion Tier in Berlin.

Nun wurde der 53-jährigen Halterin die Wohnung gekündigt, ein Umzug mit allen Katzen in eine neue Bleibe war undenkbar. Auf Bitten der Betreuerin hin nahm sich die Aktion der Sache an und fing vergangenen Freitag gemeinsam mit Mitarbeitern des Tierschutzzentrums Meißen 13 Katzen in der verdreckten Wohnung ein und brachte sie nach Winkwitz. Zwei Katzen wurden der Halterin gelassen, da sie mit Selbstmord drohte. Diese beiden Tiere werden nun von der Betreuerin zum Tierarzt gebracht, der sie kastriert und behandelt.

„Die von uns übernommenen Tiere sind wie bei Inzucht charakteristisch sehr klein und schmächtig, außerdem leiden alle Katzen an Schnupfen und Parasiten, haben verklebtes Fell und sind insgesamt sehr schwach“, so Ursula Bauer von der Aktion Tier. Die vielen Katzen waren ihr Leben lang in zwei kleinen Räumen eingesperrt, konnten sich folglich nicht ausreichend bewegen und hatten keine Chance, ihren Artgenossen aus dem Wege zu gehen. Die psychisch kranke Halterin war mit der Versorgung der ungewöhnlich scheuen Tiere völlig überfordert und schaffte es schon lange nicht mehr, deren Exkremente zu beseitigen. Die Katzen wurden weder tierärztlich versorgt noch kastriert. Statt Kratzbäumen, Spielzeug, Katzenklos und Kuschelecken standen den Tieren lediglich alte Obstkisten aus Pappe zur Verfügung. Eine Katze hatte gerade auf dem nackten Boden einer Kiste drei Junge zur Welt gebracht.

Angesichts der Umstände ist es verwunderlich, dass der Katzenbestand nicht größer war und die Vermutung drängt sich auf, dass in der Vergangenheit immer wieder Katzenbabys aufgrund der schlechten Haltung gestorben sind. „Wir sind froh, dass der psychisch kranken Halterin nun angesichts des Wohnungswechsels keine andere Möglichkeit mehr blieb, als die Katzen abzugeben“, sagt Ursula Bauer von der Aktion Tier in Berlin. (SZ)