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Montag, 09.02.2015

Tickerprotokoll: Das Demo-Geschehen in Dresden

Nach einer einwöchigen Pause machte die Pegida-Bewegung am Montag in Dresden wieder auf sich aufmerksam. SZ-online.de berichtete im Live-Ticker.

20:00 Uhr: Wir beenden unseren Liveticker und wünschen einen guten Abend und eine gute Nacht.

19:54 Uhr: Die Veranstaltung auf dem Postplatz ist nun auch „inoffiziell“ beendet. Silent Poem werden mit lautem Applaus verabschiedet. Der Platz leert sich.

Demo-Montag in Dresden

19:52 Uhr: Die Polizei bestätigt auf SZ-Anfrage, dass geschätzt 2.000 Menschen an der Pegida-Kundgebung teilnahmen. Mehr als 600 Polizisten sicherten die Veranstaltung ab.

19:40 Uhr: Radio Dresden twittert unter Berufung auf die Dresdner Polizei die Teilnehmerzahlen des Abends: Auf dem Neumarkt wurden bei Pegida etwa 2.000 Menschen gezählt, an der Gegenveranstaltung auf dem Postplatz nahmen ca. 400 Menschen teil.

19:37 Uhr: Auf dem Postplatz feiern, singen und tanzen die Anwesenden noch immer zur Musik von Silent Poem, die Lieder wie „Der goldene Reiter“ zum Besten geben.

19.34 Uhr: Lutz Bachmann beendet die Veranstaltung auf dem Neumarkt.

19:32 Uhr: „Ihr Sachsen habt ein gutes Gespür für Recht und Unrecht“, heißt es weiter im Grußwort von „Ingrid und Otto aus Hannover“. Bachmann kündigt für den kommenden Montag an, dass Pegida wieder „spazierengehen“ wolle.

19:29 Uhr: Es geht im Grußwort weiter gegen Scharia-Gerichte, weibliche Beschneidung, Boko Haram, IS und Islamismus im Allgemeinen: „Pegida steht dagegen wie ein Bollwerk.“

19:27 Uhr: Lutz Bachmann verliest ein Grußwort eines jüdischen Paares aus Hannover, das den Holocaust überlebt hat. In diesem wird auch der Zentralrat der Juden kritisiert. „Ihr in Dresden seid gegen die Islamisierung Deutschlands“, heißt es in dem Schreiben weiter.

19:24 Uhr: Die Rednerin auf dem Neumarkt spricht von deutschen Politikern, die das Verhältnis zu Russland zerstört haben. Auch die „Leitmedien“ werden einmal mehr kritisiert. Man skandiert „Lügenpresse“.

19:22 Uhr: Die Veranstaltung auf dem Postplatz ist offiziell beendet, die Band Silent Poem spielt aber noch weiter für die Anwesenden.

19:19 Uhr: Jetzt eine Überraschung: Eine „Anastasia aus Russland“ redet über Russlandpolitik. Die Menge begrüßt sie mit „Druschba, Druschba!“. Laut der Rednerin vertritt die Regierung in Berlin amerikanische Interessen. Die Menge zeigt sich weiter polyglott und ruft „Ami go home!“. Auch „Merkel muss weg!“ ist jetzt zu hören.

19:17 Uhr: Kubitschek ruft: „Schluss mit diesem rasanten Umbau!“, und meint damit die deutsche Gesellschaft. Und weiter: „Wir brauchen Zeit, um in diesem Irrenhaus aufzuräumen!“. Das deutsche Volk möge sich auf „das Eigene“ besinnen.

19:12 Uhr: Kubitschek spricht davon, dass Pegida den „Neuen Menschen“ der Linken nicht wolle. Er redet über „Blutbäder“ und „Knochenmühlen“, die aus den (national-)sozialistischen Experimenten der Vergangenheit erwachsen seien. Auch ein Seitenhieb auf die Gender-Ideologie darf nicht fehlen: „Heute wollen wir nicht nur zwei Geschlechter anerkennen, sondern 15 bis 20. Was für ein schäbiges Experiment!“

19:07 Uhr: Kubitschek legt Wert auf die „Gewaltfreiheit“ von Pegida und Legida. Er hofft auf die „bändigende Kraft des Lebens“, die die Gegendemonstranten in einigen Jahren schon zähmen werde.

19:06 Uhr: Bei der Gegendemo auf dem Postplatz erkärt ein seit fünf Monaten in Deutschland lebender Mann aus Syrien, warum er seine Heimat verlassen musste. Er hält seine Rede auf Deutsch, obwohl er erst seit drei Monaten einen Sprachkurs belegt.

19:05 Uhr: Der nächste Redner, Götz Kubitschek, spricht.

19:02 Uhr: Festerling skandiert gemeinsam mit den Demonstranten „Wir sind das Volk!“ und ruft „Viva Pegida!“. Sie bittet darum, den Nachbarn anzulächeln und sich mit ihm schon für die nächste Demo zu verabreden - „Dresden, ihr seid wunderbar!“. Lutz Bachmann lobt ihre Rede anschließend als „großes Kino“.

19:01 Uhr: Die Band Dawn spielt auf dem Postplatz, die Stimmung ist entspannt.

18:57 Uhr: Tatjana Festerling spricht von „Streik“ als Mittel des Widerstands im Allgemeinen und schlägt unter anderem „Kaufverweigerung“, „Produktboykott“ und „Markenverzicht“ vor. Sie spricht weiterhin von einer „Volksgewerkschaft“ als Interessenvertretung aller und sieht den Anstand auf der Seite der Pegida.

18:55 Uhr: Etwa 700 Menschen haben sich mittlerweile auf dem Postplatz versammelt. Viele sind der Aufforderung gefolgt, Plakate oder Warnwesten mitbringen.

18:51 Uhr: Jetzt spricht Tatjana Festerling über kulturelle Unterschiede zwischen Islam und „freiheitlichem Westen“. Außerhalb sieht sie die „Christenverfolgung“ in Deutschland angekommen.

18:47 Uhr: Hauptrednerin Festerling analysiert küchenpsychologisch deutsche Linksradikale und spricht von „staatsfinanzierter Antifa“ sowie von der NPD, die vom Verfassungsschutz gesteuert ist.

18:44 Uhr: Bachmann kündigt an, dass Pegida weiter dem 19-Punkte-Programm folgen wird. Außerdem relativiert er seine rassistischen Facebook-Bemerkungen zu Ausländern und Flüchtlingen. So etwas habe schließlich jeder schon einmal am Stammtisch gesagt.

18:38 Uhr: Lutz Bachmann eröffnet am Mikrofon die Pegida-Kundgebung und verliest die Auflagen für die Veranstaltung. Außerdem sei es eine Schande, dass die Frauenkirche das Licht ausgemacht habe. Hier seien viele, die für den Wiederaufbau gespendet haben.

18:30 Uhr: Kurze Info aus Chemnitz: Mehrere hundert Menschen haben hier für eine weltoffene Stadt und gegen einen Aufzug des Pegida-Ablegers Cegida demonstriert. „Wir wollen eine Stadt, wo Menschen verschiedener Herkunft ohne Angst gut miteinander leben“, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) bei der Kundgebung.

18:25 Uhr: Mittlerweile haben sich etwa 2.000 Menschen vor der Frauenkirche versammelt. Flaggen vieler Staaten wehen über dem Platz, auch eine Fahne des ehemaligen sächsischen Königshauses ist zu sehen. Inzwischen ist Pegida-Hauptrednerin Tatjana Festerling eingetroffen.

18:23 Uhr: Der SZ-Reporter vor Ort vermeldet, dass zumindest in Bezug auf die Pegida-Transparente heute ein starker Fokus auf eine Anti-USA/Nato/EU-Haltung gelegt wird. Man behauptet unter anderem, kein „Ami-Knecht“ zu sein.

18:21 Uhr: Eva-Maria Stange: „Ich bin heute hier auf den Postplatz gekommen, um für ein weltoffenes Dresden zu demonstrieren. Egal ob Pegida weiterhin auf die Straße geht oder nicht, das Problem verschwindet nicht von selbst und es ist wichtig, dem etwas entgegenzusetzen.“

18:16 Uhr: Bei der Gegendemo auf dem Postplatz tritt nun das Gesangsduo „Hand in Hand“ auf. Mittlerweile sind hier ca. 200 Menschen, darunter auch Eva-Maria Stange, die in Dresden als OB-Kandidatin antritt.

18:13 Uhr: Bei Pegida auf dem Neumarkt haben sich inzwischen etwa 800 Personen eingefunden. Viele Schwarz-rot-goldene Fahnen sind zu sehen, dazu die üblichen Ortsschilder und auch Fahnen aus anderen deutschen Bundesländern.

18:10 Uhr. „Offenes Mikrofon“ bei der Gegendemo auf dem Postplatz. Es wird unter anderem dazu aufgefordert, den Umgang mit Fremden generell zu überdenken.

18:04 Uhr: Inzwischen wurde wie angekündigt die Innen- und Außenbeleuchtung der Frauenkirche gelöscht. Das Gotteshaus möchte den Pegida-Demonstranten keine Kulisse für Fotos und Videos zur Verfügung stellen.

18:02 Uhr: Auf dem Postplatz sind bei „Dresden für alle“ inzwischen etwa 120 Menschen versammelt. Neben der Bühne, auf der noch der Soundcheck läuft, werden auf Spendenbasis Essen und Getränke ausgegeben.

18:00 Uhr: Der Neumarkt ist vollkommen von der Polizei umstellt, die Außenbeleuchtung der Frauenkirche ist noch nicht wie angekündigt abgeschaltet.

17:59 Uhr: Auf dem Neumarkt haben sich bislang geschätzt 300 Menschen versammelt, darunter auch der Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann. Er trägt heute eine Ordner-Binde.

17:53 Uhr: Das Bündnis „Dresden Nazifrei“ veranstaltet heute keine Gegendemonstration. Eher wolle man Aufmärsche Rechtsextremer rund um den bevorstehenden Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg blockieren. Man sei von Donnerstag bis Samstag dieser Woche vorbereitet, sagte ein Sprecher der Vereinigung am Montag.

17:45 Uhr: Die Gegendemonstranten des Bürgerbündnisses „Dresden für alle“ treffen sich um 18 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Postplatz. Bislang haben sich hier etwa 30 Menschen eingefunden, einige davon in Warnwesten. Musiker stimmen ihre Instrumente. Am Rand des Postplatzes stehen Polizeiwagen bereit.

17:32 Uhr: Die Stadt Dresden hat die Installation eines Mannheimer Künstlers, der kurz vor der Pegida-Demonstration vor der Frauenkirche muslimische Gebetsteppiche ausgelegt hatte, entfernen lassen. Mitarbeiter der Stadtreinigung hätten die 175 Gebetsteppiche eingesammelt und mit zwei Lastwagen weggeschafft, sagte Kurt Fleckenstein, der mit der Aktion ein künstlerisches Zeichen für Offenheit und Toleranz setzen wollte. Mehr dazu hier

16:23 Uhr: Pegida will „zurück zu den Wurzeln“ - so steht es zumindest auf der Pegida-Facebookseite. Hier werden übrigens wieder Gastredner angekündigt: So wird Götz Kubitschek, ein Vertreter der sogenannten Neuen Rechten, erwartet. Außerdem sollte das frühere Hamburger AfD-Mitglied Tatjana Festerling sprechen. Sie hatte im vergangenen Jahr mit Sympathiebekundungen für die Kölner „Hooligans gegen Salafisten“ für Schlagzeilen gesorgt und kam nach Angaben eines AfD-Sprechers mit ihrem Austritt einem disziplinarrechtlichen Parteiverfahren zuvor. Der Auftritt Kubitscheks und Festerlings deutet darauf hin, dass sich Pegida nach der Abspaltung gemäßigter Teile nun deutlicher nach rechts orientieren will. Zudem werden zwei weitere nicht namentlich benannte Gastredner angekündigt.

16:00 Uhr: Und noch ein Blick nach Leipzig: Bis jetzt ist in der Stadt alles noch ruhig. Auseinandersetzungen wurden vor allem am Hauptbahnhof an einem Treffpunkt der linken Szene erwartet. Dort will sich das Bündnis „Leipzig nimmt Platz!“ treffen. Insgesamt sind fünf Gegenkundgebungen in der Stadt geplant. Neben „Leipzig nimmt Platz“ und dem Pilgerweg der Kirchen über den Innenstadt-Ring will „Die Partei“ vor dem Gewandhaus als „Legida - das Original“ auftreten.

15:36 Uhr Blick nach Leipzig: Das Legida-Bündnis hat gegen das Demonstrationsverbot keine Rechtsmittel eingelegt und auf seiner Facebook-Seite bekannt gegeben, dass es heute keine Kundgebung oder Demonstration durchführt. Allerdings haben Legida-Anhänger und die „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) dazu aufgerufen haben, in die Stadt zu fahren - für „Spontandemos“ oder um auf dem Augustusplatz „nach dem Rechten“ zu schauen. Die Polizei ist trotzdem mit den acht angeforderten Hundertschaften in der Stadt - allein schon, um das Verbot auch wirklich durchzusetzen, sagte ein Polizeisprecher.

14:20 Uhr: Als Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit wird die Frauenkirche während der Kundgebung der Pegida verdunkelt. „Wir lehnen es ab, dass die Frauenkirche Dresden als Kulisse für ausländerfeindliche Kundgebungen instrumentalisiert wird“, meinte Frauenkirchen-Pfarrer Sebastian Feydt. Deshalb werde man sowohl die Lichter der Fassaden- als auch der Innenraumbeleuchtung löschen.

13:37 Uhr: Wenige Stunden vor der Pegida-Kundgebung hat ein Künstler vor der Frauenkirche 175 Gebetsteppiche ausgelegt. Ein weiterer Teppich trägt die Aufschrift „Ich glaube an Gott“. Mit der Aktion solle Offenheit und Toleranz ausgedrückt werden, sagte der Mannheimer Künstler Kurt Fleckenstein. „Die Installation richtet sich gegen die Thesen von Pegida“, so der 63-Jährige weiter. Die Stadt hat noch nicht entscheiden, ob die Richtung Mekka ausgerichteten Teppiche liegenbleiben dürften.

13:00 Uhr: Am Sonntag hatte der nach der Pegida-Spaltung entstandene Verein „Direkte Demokratie für Europa“ (DDFE) bei seiner ersten Kundgebung keinen großen Zulauf erhalten. Vor der Frauenkirche hatten sich nur etwa 500 Menschen versammelt. Mehr dazu hier.

12:00 Uhr: Nach einer einwöchigen Pause will die Pegida-Bewegung heute in Dresden wieder auf sich aufmerksam machen. Auf dem Neumarkt vor der Frauenkirchen hat sie für 18:30 Uhr eine Kundgebung für 5000 Menschen angemeldet. Die Gegendemonstranten des Bürgerbündnisses „Dresden für alle“ treffen sich zu einer Kundgebung auf dem Postplatz.