erweiterte Suche
Dienstag, 23.05.2017

Thesenanschlag am Landtag

Windkraft-Gegner wollen die Wende der Energiewende und nehmen Bezug auf Luther.

Malerisch: Die Silhouette eines Windrades zeichnet sich vor dem vom Sonnenaufgang verfärbten Morgenhimmel ab. Doch die Bilanz der Energiewende ist alles andere als malerisch.
Malerisch: Die Silhouette eines Windrades zeichnet sich vor dem vom Sonnenaufgang verfärbten Morgenhimmel ab. Doch die Bilanz der Energiewende ist alles andere als malerisch.

© Symbolbild/dpa

Dresden/Großenhain. Unter dem Motto: „Thesenanschlag 2017“ werden Vertreter des Bundesverbandes Landschaftsschutz und Vernunftkraft symbolisch Thesen zur Energiepolitik am Dresdner Landtag anschlagen. Mit dabei sind auch Vertreter der lokalen Aktionsbündnisse wie das aus Großenhain. Die Aktion findet zeitgleich an vielen Landtagen im Bundesgebiet statt. „Die Zeit ist reif, um diese Energiewende, deren tragende Säule der massenhafte Bau von Windenergieanlagen darstellt, nun ebenfalls grundsätzlich infrage und öffentlich zur Diskussion zu stellen“, Michael Eilenberger, Vorsitzender des Bundesverbandes Landschaftsschutz.

Daher finden sich im Reformationsjahr, am 24. Mai Vertreter des bundesweiten Netzwerks von Vernunftkraft e.V. und dem BLS e.V. vor den Landtagen zahlreicher Bundesländer ein, um zehn Thesen zur Energiepolitik zu verkünden. Als Luther im Jahr 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg nagelte, war dies gleichzeitig der Auftakt zur Reformation, so Eilenberger. Besonders der zu diesem Zeitpunkt ausufernde Ablasshandel, der von der Kirche immer grotesker ausgeweitet wurde, trieb Luther zum beherzten Aufbegehren gegen seine Kirche. Für Geld konnte sich damals jeder von seinen Sünden frei kaufen.

500 Jahre danach ist es nicht die Kirche, die den Ablasshandel ausweitet, sondern der Staat, sagt Eilenberger. In Deutschland wurde von der Regierung die sogenannte Energiewende beschlossen. Als alternativlos werde diese Energiewende verteidigt, um eine Erderwärmung zu bekämpfen. Die Sünde, von der sich die Menschen im Jahr 2017 frei kaufen können, heißt Kohlendioxid. Der neuzeitliche Ablasshandel funktioniert mittels EEG-Umlage für private Stromkunden und durch den Verkauf von CO2 Zertifikaten an Unternehmen in ganz Europa. Wobei der nächste Schritt, eine direkte CO2-Steuer, bereits auf der politischen Agenda in Energiewende-Deutschland steht.

Die Bilanz dieser Energiewende sind explodierende Kosten, sinkende Netzstabilität, landschaftliche Verheerungen von Regionen, die Zerstörung von Natur- und Lebensräumen für Menschen und Tiere sowie eine ständig anwachsende Zahl von gesundheitlich beeinträchtigten Anwohnern. Das alles, ohne einen Effekt auf das Weltklima zu bewirken. (SZ)