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Teppich-Firma erweitert sich

Das Unternehmen bietet ganz neue Möglichkeiten, die passende Tapete zu finden.

07.10.2017
Von Peter Anderson

irma erweitert sich
Chef Holger Schmidt präsentiert seine neueste Innovation: Eine Tapeteria, zu der riesige Musterbände mit vielfältigen Beispielen gehören.

© Anne Hübschmann

Meißen. Cafeteria - das kennt man ja noch. Aber Tapeteria? Einrichtungshaus-Chef Holger Schmidt lächelt in sich hinein. Sein Unternehmen gilt mittlerweile auf vielen Gebieten als einer der Vorreiter der Branche. Auch diesmal kann der Meißner Geschäftsmann wieder mit einer Innovation punkten. Damit das verständlich wird, braucht es zunächst den Blick zurück.

Bislang sah die Tapeten-Abteilung eher aus wie ein Archiv alt-ägyptischer Papyrusrollen. Allerdings wurden die wenigsten Tapeten aus ihren Fächern herausgeholt. Das erwies sich einfach als zu unpraktisch, zu umständlich und wenig inspirierend. Deshalb hat das Unternehmen jetzt kräftig investiert und umgebaut.

Holger Schmidt winkt die Treppe nach oben. Noch ein paar Schritte geht es durch den Raum nach hinten. Schon steht der Kunde vor einer Art Shop im Shop. Der knapp 50 Quadratmeter große Raum könnte glatt als Messepavillon durchgehen. Hineinspaziert. Drinnen schaut alles aus wie ein ganz normales Zimmer, nur die Wände sehen irgendwie anders aus. Sie sind als Muster gestaltet, mal mit einer Tapetenbahn, mal mit einer größeren Fläche. Elegantes Dekor mit einer samtenen Oberfläche findet sich da ebenso wie eine verspielt mit Traktoren und Erntemaschinen verzierte Variante für das Kinderzimmer.

„So wird das ganze vorstellbar und für die Kunden fasslich“, sagt Holger Schmidt. Zudem komme sein Unternehmen damit einem Trend entgegen. Viele Kunden würden heute ihre Räume und schon gar nicht ihre Wohnung durchweg in einem Ton oder mit einer Tapete gestalten. Mal wird eine Front etwas aufwendiger beklebt, die anderen Wände dafür zurückhaltender. Mitunter reicht schon eine Bahn aus, um einen Hingucker zu erzielen, dann wieder etwas mehr. Es wird variiert, was das Zeug hält. Die Tapeteria bietet dafür den besten Anschauungsunterricht. Ergänzend liegen riesige Musterbände mit Beispielen aus. Berater stehen bereit.

Kaum mit einem Projekt fertig, denkt der Einrichtungshaus-Chef schon über den nächsten Schritt nach. Darüber spricht er allerdings noch hinter vorgehaltener Hand. Das ist noch Zukunftsmusik. Er würde gern die Tapeten virtuell direkt in die Räume der Kunden einpassen können, um ihnen so ein noch besseres Bild davon zu vermitteln, wie welche Farbe, welches Dekor wirkt. Ein solches Programm selbst zu entwickeln und umzusetzen, sei allerdings sehr aufwendig, zeitraubend und teuer, so Holger Schmidt. Trotzdem klingt das nicht so, als ob er sich von diesen Hürden würde abschrecken lassen.