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Mittwoch, 22.02.2017 Gut zu wissen

Tempotafel angebracht

Das Bündnis Verkehrsentlastung Elbtal hat der Stadt Radeburg das Messgerät ausgeliehen. Doch dabei soll es nicht bleiben.

Von Sven Görner

Neu in Volkersdorf: Das gerade von der Tempotafel gemessene Auto ist mit 22 km/h unterwegs. Erlaubt sind an dieser Stelle für alle Fahrzeuge 30 km/h. Oft werden diese aber nicht eingehalten, wie Anwohner beobachten. Das könnte sich jetzt ändern.
Neu in Volkersdorf: Das gerade von der Tempotafel gemessene Auto ist mit 22 km/h unterwegs. Erlaubt sind an dieser Stelle für alle Fahrzeuge 30 km/h. Oft werden diese aber nicht eingehalten, wie Anwohner beobachten. Das könnte sich jetzt ändern.

© Arvid Müller

Volkersdorf. Seit Montag hängt an einem Mast der Straßenbeleuchtung in Volkersdorf eine schwarze Geschwindigkeitsmesstafel. Doch anders als die Blitzerattrappe, die ein genervter Anwohner der S 96 vor einiger Zeit in seinem Vorgarten aufgestellt hat, funktioniert die jetzt angebrachte Tafel.

Ein Pkw rumpelt aus Richtung Dresden auf der Ortsdurchfahrt heran. Plötzlich beginnen die Lämpchen der Tafel zu blinken. Der Fahrer bremst – die Farbe des Lichts wechselt von rot zu grün. Das Mess- und Anzeigegerät scheint seinen Zweck zu erfüllen. Wenn auch nicht bei jedem. Doch die meisten Autofahrer nehmen, wenn sie schneller als die hier erlaubten 30 km/h fahren, den Fuß vom Gaspedal.

Veit Tittel vom Bündnis Verkehrsentlastung Elbtal weiß um diese Wirkung der Tempotafeln. Das Bündnis setzt sich seit Jahren dafür ein, dass diese an kritischen Stellen angebracht werden. In Radebeul, wo das Bündnis aktiv ist, gibt es derzeit sieben Stück. Drei werden von der Stadt betreut, drei vom Bündnis und eine Tafel ist aus einer Privatinitiative hervorgegangen. „Wir haben die Wirkung aller Typen durch Messungen vor und nach Aufstellung der Tafeln untersucht“, sagt Tittel. Das Ergebnis: Es traten immer Verbesserungen der Geschwindigkeitseinhaltung ein, welche je nach Standort mal bei nur drei bis fünf km/h aber auch bei zehn bis 15 km/h lagen.

Mitte Januar hatte das Landratsamt die Forderung der Volkersdorfer nach Tempo 30 für alle Fahrzeuge auf der kompletten Ortsdurchfahrt abgelehnt. Die SZ brachte daraufhin die Idee einer Tempotafel ins Spiel, worauf sich umgehend Veit Tittel meldete: „Wenn gewünscht, können wir den Volkersdorfern gern unsere Erfahrungen mitteilen oder eine Tafel probeweise zur Verfügung stellen“, schrieb er.

Von der Stadt Radeburg wurde dieses Angebot dankend angenommen. Zwar hat der Stadtrat Ende Januar ganz schnell entschieden, selbst zwei Tafeln zu kaufen, das geht aber erst, wenn der diesjährige Haushalt beschlossen und bestätigt ist. Und so brachte Veit Tittel am Montag eine Tafel von Radebeul nach Volkersdorf. Wie Radeburgs Ordnungsamtsleiter Torsten Wehnert sagt, soll sie den Autofahrern dort jetzt vier Wochen lang ihre gefahrene Geschwindigkeit anzeigen.

Auch wenn sie nicht in dem kritischen Abschnitt zwischen der Einmündung Moritzburger Straße und dem Ortsausgang Berbisdorf hängt, ist Jürgen Simon, einer der Initiatoren der Temporeduzierung, sehr froh, dass endlich etwas passiert. „Wir sehen es als einen Anfang.“

Torsten Wehnert sagt zur Standortwahl: „Es wäre schwierig, die Tafel in dem genannten Bereich anzubringen, da dort für Pkw und Lkw unterschiedliche Geschwindigkeiten gelten.“ Würde sie auf 50 km/h eingestellt, bekämen Lkw-Fahrer eine grüne Anzeige, auch wenn sie deutlich zu schnell fahren. Umgekehrt würde die Anzeige Pkw-Fahrer irritieren, wenn diese wie erlaubt 50 fahren, die Tafel aber auf 30 km/h eingestellt wäre.