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Donnerstag, 14.09.2017

Teil des Dresdner Ratsschatzes in den USA entdeckt

Nach dem Kriegsende hat das Stadtmuseum große Teile der Sammlung verloren. Jetzt kehren einige Stücke zurück.

Von Ralf Hübner

Dresden. Noch herrscht große Verschwiegenheit. Doch der historische Ratsschatz im Stadtmuseum könnte bald abermals um ein Teil ergänzt werden. „Ein weiteres Stück des Schatzes ist in den USA aufgetaucht. Die Verhandlungen dazu laufen“, sagte Museumschefin Erika Eschebach. So müssten unter anderem noch einige rechtliche Fragen geklärt werden. Berichten zufolge soll es sich um einen vergoldeten Schild mit Inschriften handeln, den ein Museum angeboten habe. Der ehemals 67-teilige Dresdner Ratsschatz mit wertvollen venezianischen Gläsern, Goldpokalen und Bechern war nach Kriegsende zunächst komplett verschollen. Er war zuvor mit weiteren Beständen des Museum in den Kellern des Rathauses in Sicherheit gebracht worden. Etwa 80 Prozent der Sammlung gingen in den Nachkriegswirren verloren.

Erst im Juli war ein rund 37 Zentimeter hoher silber vergoldeter Schiffspokal ins Museum zurückgekehrt. Er gilt als ein Prunkstück des Schatzes und als Meisterwerk der Goldschmiedekunst des 17. Jahrhunderts. Er war 2015 auf einer Antiquitätenmesse in Maastricht (Niederlande) aufgetaucht, nachdem er in den Jahren zuvor schon zwei Mal versteigert worden war. Mithilfe von zwei Stiftungen und Partnern konnte er zurückgekauft werden. Noch zur DDR-Zeit wurden zwei Goldbecher und ein Abendmahlskelch entdeckt und ins Museum zurückgebracht. Die Stücke sind im Stadtmuseum ausgestellt.