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Samstag, 29.08.2015

Tausende bei Demo in der Innenstadt

Mehrere Tausend Menschen sind am Sonnabend durch Dresden gezogen. Die Demo wurde vom Bündnis „Dresden Nazifrei“ organisiert und richtete sich gegen die Politik im Freistaat.

Mehrere Tausend Demonstranten ziehen durch Dresdens Innenstadt.
Mehrere Tausend Demonstranten ziehen durch Dresdens Innenstadt.

© dpa

Dresden. Linke Aktivisten aus der gesamten Republik demonstrierten heute in Dresden. Der Protest richte sich gegen die politisch Verantwortlichen, die die Ausschreitungen von Rechtsradikalen und Rassisten in der Stadt zugelassen hätten, so die Veranstalter vom Bündnis „Dresden Nazifrei“.

Bilder von der Demo in Dresden

Der Demozug, in dem neben Antifa-Aktivisten auch viele Eltern mit Kindern, Rentner und Studenten mitliefen, sammelte sich gegen 14 Uhr am Hauptbahnhof, die Stimmung war Angaben von SZ-Reportern von Anfang an friedlich. Die Studentengruppe „Durchgezählt“, die seit Pegida immer wieder Teilnehmerzahlen veröffentlicht, schätzte die Zahl der Demonstranten auf zwischen 4000 und 6000 Menschen. Genaue Zahlen könne man aber erst nach der Videoauswertung am Sonntag nennen, hieß es. Ein SZ-Reporter vor Ort schätzte etwa 5000 Teilnehmer. Es galten scharfe Auflagen, die zu Beginn verlesen wurden: Verboten waren Alkohol, Hunde mit Ausnahme von Blindenhunden, Waffen, Glasflaschen und Pyrotechnik. Manche Teilnehmer hielten Zettel in die Höhe, auf denen die Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte mit Datum vermerkt waren. Andere schwenkten rote Fahnen mit dem Refugees-Welcome-Slogan.

Die Demonstranten zogen über die St.-Petersburger-Straße, die Wilsdruffer Straße, den Postplatz, den Theaterplatz, auf der anderen Elbseite vorbei an der Staatskanzlei zum Albertplatz und bis zum Bahnhof Neustadt, wo sie etwa 17:20 Uhr ankamen. Zwischenkundgebungen gab es vor der Dresdner Polizeidirektion, wo Versäumnisse bei der Einsatzführung angeprangert wurden. Auch eine Kundgebung vor der Staatskanzlei von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) stand auf dem Programm. Am Bahnhof Neustadt wurde dann noch mit Livemusik gefeiert, unter anderem trat hier Max Herre auf. Laut Polizei verlief die Demonstration ohne Zwischenfälle. (szo)