Montag, 21.01.2013

Tausche Afrikas Sonne gegen Winterwetter

Ein Projekt bringt Jugendliche aus Südafrika nach Dresden. Hier lernen sie die Arbeit in der Aidsprävention. Studenten helfen ihnen dabei.

Von Annechristin Kleppisch

Neu in Dresden ist Refilwe Mosoge. Die Südafrikanerin will hier in der Aidsprävention arbeiten. Foto: Katja Frohberg
Neu in Dresden ist Refilwe Mosoge. Die Südafrikanerin will hier in der Aidsprävention arbeiten. Foto: Katja Frohberg

Fünf Jugendliche aus Südafrika sind seit vergangener Woche Gäste in Dresden. Ein halbes Jahr lang sollen sie hier in Vereinen und an Schulen mitarbeiten. Dabei geht es um Aidsprävention und Aufklärung. Themen, die die Jugendlichen bereits kennen. In Afrika arbeiten sie bei „Lovelife“, einer Organisation, die ebenfalls Präventionsprojekte betreut. „Sozialarbeiter aus vielen Ländern reisen Jahr für Jahr nach Südafrika, um dort den Umgang mit der Krankheit zu lernen“, sagt Uwe Tüffers, Leiter der Aidshilfe Dresden. Andersherum war das aber noch nie möglich. Zwei Jahre lang hat er sich zusammen mit Lovelife daher um den Austausch bemüht. Der Entwicklungsdienst GIZ zahlt nun Taschengeld, Unterkunft und Verpflegung für die fünf Gäste im Alter zwischen 20 und 27 Jahren. Weitere 5000Euro für Ausflüge und Workshops fehlen noch.

Trotzdem: Der Austausch hat begonnen. Unterstützt werden die Gäste auch von der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit. Studenten sollen für die Südafrikaner Mentoren sein und ihnen den Alltag in Dresden erleichtern. Die Einführungswoche fand im Gebäude der Hochschule in der Johannstadt statt. Die Afrikaner fühlen sich schon jetzt sehr wohl, obwohl die winterlichen Temperaturen und die frühe Dunkelheit ungewohnt sind. „Das Verkehrssystem und die Straßenbahnen sind sehr gut“, sagt Jabulani Nzimande. Der 22-Jährige kommt aus Soweto. „Dresden ist eine schöne Stadt mit sehr schönen alten Gebäuden“, sagt Refilwe Mosoge. Sie ist 20 Jahre alt und kommt aus Parys. „Die Gastfamilien sind sehr nett und freundlich.“

In den nächsten Monaten werden sie Dresden noch besser kennenlernen und ein Stück von sich selbst in der Stadt lassen. „Wir wollen das Eis brechen und mit unserer Kultur und unserem Lebensgefühl anstecken“, sagen sie.

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