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Taubheit im Fuß, was nun Herr Doktor?

25.11.2016

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im Fuß, was nun Herr Doktor?
Teamarbeit: Gefäßchirurg Dr. Martin Wegner (l.) und Angiologe und Kardiologe Dr. Michael Kaduk bereiten eine Operation vor. | Foto: André Braun

Frühmorgens auf dem Gelände des Klinikums Döbeln. Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes übergeben gerade den 65-jährigen Peter M. (Name geändert) in die Obhut des Klinikums Döbeln. Die diensthabende Ärztin in der Notaufnahme übernimmt. Der Patient klagt seit über einer Stunde über starke Schmerzen und Kältegefühl im rechten Bein. Seit geraumer Zeit fällt ihm auf, dass seine Wade nach längeren Gehstrecken schmerzt und er deshalb Pausen einlegen muss. In dieser Nacht werden die Schmerzen so schlimm, dass Peter M. sie nicht mehr ertragen kann. Seine Frau benachrichtigt daraufhin den Notarzt.

Die Ultraschall- und die CT-Gefäßröntgenuntersuchungen geben schnell Aufschluss: Bei Peter M. liegt ein akuter Verschluss der rechten Beckenschlagader vor. Das Gewebe kann nicht mehr optimal mit Blut und Sauerstoff versorgt werden. Die Unterversorgung lässt Krämpfe und Schmerzen entstehen. Aufgrund der starken Schmerzen und des schon einsetzenden Taubheitsgefühls im rechten Fuß ist eine Notfall-Operation die richtige Entscheidung. Es besteht die Gefahr, dass das unterversorgte Gewebe innerhalb kurzer Zeit absterben kann. Gefäßchirurg Dr. Martin Wegner legt die rechte Leistenschlagader frei, öffnet sie und entfernt dann das Gerinnsel aus der Beckenschlagader. Das Kontrollröntgenbild zeigt eine hochgradige Verengung der Beckenschlagader, die zu einem Verschluss geführt hat. Mit Hilfe des Angiologen und Kardiologen Dr. Michael Kaduk wird die Verengung aufgedehnt und durch das Einsetzen eines Stents offengehalten. Nun ist der Weg frei und das Bein kann wieder durchblutet werden. Peter M. kann nun wieder seinen Fuß spüren und angenehm warm ist er ebenso. Am nächsten Tag geht es dem 65-Jährigen schon besser. Die Schmerzen sind weg und er kann bereits wieder vor seinem Bett stehen.

Charakteristisch für die periphere arterielle Verschlusskrankheit (paVK) sind Muskelschmerzen beim Gehen, die beim Stehenbleiben nachlassen. Betroffene versuchen oftmals, ihre Beschwerden zu verheimlichen: Mit gespieltem Interesse bleiben sie immer wieder vor einem Schaufenster stehen. So ist der Begriff Schaufensterkrankheit, lat. Claudicatio intermittens, entstanden.

Die Risikofaktoren für die „Schaufensterkrankheit“ liegen in einem ungesunden Lebensstil und Diabetes. Rauchen ist der Gefäßkiller Nummer eins. Weiterhin potenzieren zu hohe Blutdruck- und Cholesterinwerte im Blut das Erkrankungsrisiko. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zur zunehmenden Verengung, vor allem der Becken- und Beinschlagadern. Anfänglich macht sich diese Verengung mit Schmerzen beim Gehen bemerkbar. Im späteren Krankheitsverlauf sind Schmerzen im Ruhezustand, vor allem in den Nächten sowie ein Kältegefühl in den Füßen typische Symptome.

Das Klinikum Döbeln bietet beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung dieser Gefäßerkrankung. Spezialisierte Fachärzte, leistungsfähige Ultraschallgeräte sowie ein rund um die Uhr leistungsfähiger Computertomograph (CT) und moderne Gefäßröntgenanlagen ermöglichen ein frühzeitiges Erkennen und die stadiengerechte Behandlung. Während die Gefäßmediziner (Angiologen) die medikamentöse Behandlung vornehmen und verengte Gefäße mittels Ballons und Stents erweitern, kann der Gefäßchirurg im höheren Stadium der Erkrankung die Gefäßverengungen ausschälen oder Gefäßverschlüsse mit einem Bypass überbrücken.

Am Klinikum Döbeln stehen den Patienten drei Angiologen und zwei Gefäßchirurgen rund um die Uhr zur Verfügung.

Dagmar Doms-Berger

Klinikum Döbeln

Sörmitzer Straße 10 I 04720 Döbeln

Sekretariat Chirurgie

Telefon 03431 722101

E-Mail: Martin.Wegner@klinikum-doebeln.de

Michael.Kaduk@klinikum-doebeln.de

Homepage: www.klinikum-doebeln.de