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Mittwoch, 13.09.2017

Taschenkontrollen beim Weinfest

Beim diesjährigen Weinfest steht Europa im Mittelpunkt. Für die Besucher könnte die Anreise nervig werden.

Von Nina Schirmer

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Weinkönigin Friederike Wachtel (l.) und Weinprinzessin Anna Bräunig stimmen neben einer Stier-Statue auf das diesjährige Motto des Festes ein. Der Sage nach verwandelte sich Göttervater Zeus in einen Stier, um Prinzessin Europa zu entführen.
Weinkönigin Friederike Wachtel (l.) und Weinprinzessin Anna Bräunig stimmen neben einer Stier-Statue auf das diesjährige Motto des Festes ein. Der Sage nach verwandelte sich Göttervater Zeus in einen Stier, um Prinzessin Europa zu entführen.

© Norbert Millauer

Radebeul. Die ersten Vorboten werden bald zu sehen sein. In wenigen Tagen beginnt der Aufbau für das Herbst- und Weinfest inklusive Wandertheaterfestival. Wegen der Bundestagswahl in diesem Jahr ausnahmsweise eine Woche nach hinten verschoben, wird vom 29. September bis zum 1. Oktober gefeiert. Während das Programm längst feststeht, macht sich die Stadtverwaltung über eine andere Sache im Moment noch große Gedanken: die Anreise der Besucher. Denn die könnte wegen der vielen Baustellen in der Stadt in diesem Jahr problematisch werden.

Welche Straßen rund um das Festivalgelände gesperrt werden, könne man noch nicht sagen, erklärte Kulturamtsleiter Alexander Lange am Mittwoch. Die Organisation sei ziemlich kompliziert. Von Dresden kommend, können Besucher nur über die Meißner Straße fahren, weil die Kötzschenbrodaer Straße in Serkowitz gesperrt ist. Aus Coswig kommend, ist wiederum die Meißner Straße vor Schloss Wackerbarth dicht. Wie genau die Zufahrt zum Festgelände organisiert wird, will die Stadt in den nächsten Tagen bekannt geben. Lange bittet aber schon jetzt alle Besucher, wenn irgendwie möglich, nicht mit dem Auto zu kommen.

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Ellen Muriel (GB): „Du, ich und die Distanz zwischen uns“, Freitag 19.30 Uhr im Luthersaal.

Die belgische Truppe Chemins de Terre unterhält sich nur mit Alltagsgegenständen. Aufführungen am Sa. und So. hinter der Friedenskirche.

Radebeuler Winzerkirmes mit Prager Stimmungskapelle am Sa. auf dem Kirchplatz ab 14 Uhr.

Finale Grande: Am So., 20 Uhr, geht das Labyrinth auf der Elbwiese in Flammen auf.

Alle Programmpunkte gibt es hier: www.weinfest-radebeul.de

An den Eingängen müssen sich die Besucher in diesem Jahr auf Rucksackkontrollen einstellen. „Es wird stichprobenartige Kontrollen geben“, sagte Lange. Um für die Sicherheit der bis zu 50 000 Besucher zu sorgen, arbeitet die Stadt neben der Polizei eng mit der freiwilligen Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk und dem Roten Kreuz zusammen. Die Gäste sollen davon aber so gut wie nichts mitkriegen. „Wir wollen uns die Fröhlichkeit des Festes erhalten“, sagte Lange.

Dafür wird das Programm sorgen. Über 500 Künstler wirken daran mit. 26 Bands spielen an den drei Tagen und geben über 45 Konzerte. Im Rahmen des integrierten Wandertheaterfestivals finden 46 Aufführungen von 15 Theatergruppen auf zwölf Spielstätten statt. Das Motto in diesem Jahr: „Europa, Du Schöne!“. „Wir wollen die Idee feiern, dass Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammenfinden“, sagte Helmut Raeder, der künstlerische Leiter des Wandertheaterfestivals. Aktuelle Konflikte auf unserem Kontinent sollen dabei aber nicht ausgeblendet werden. So erzählt beispielsweise die Britin Ellen Muriel zum Auftakt am Freitagabend in einem autobiografischen Theaterstück von ihren Erfahrungen als Flüchtlingshelferin.

Der eigentlich Ursprung des Festes, der Abschluss der Weinlese, soll natürlich auch gefeiert werden. Über 30 Winzer und Weinbaugenossenschaften aus den Anbaugebieten Sachsen und Saale-Unstrut sind vertreten. „Es ist wichtig, dass sich unsere Winzer mit Selbstbewusstsein zeigen“, sagte Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) im Vorfeld des Festes. Bisher seien die hiesigen Winzer gut durch das Weinjahr gekommen. Im Gegensatz zu anderen Anbaugebieten in Deutschland blieben sie von Starkregen und Hagel verschont. Wendsche: „Das Fest ist unser Bekenntnis zu den Winzern.“