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Region Döbeln Sonntag, 17.02.2013

Tankstellenräuber vor Gericht

Am Mittwoch beginnt der Prozess gegen fünf Männer und eine Frau. Im April könnte ein Urteil fallen.

Von Peggy Zill

Vor dem Landgericht Leipzig beginnt am Mittwoch der Prozess gegen die mutmaßlichen Tankstellenräuber. Die fünf Männer und eine Frau sollen im vergangenen Jahr insgesamt 16 Tankstellen, Supermärkte und einen Baumarkt ausgeraubt haben. Zwischen dem 13. April und 12. August 2012 haben die Täter unter anderem in Döbeln, Waldheim, Roßwein, Leisnig, Bodenbach, Nossen und Bad Lausick zugeschlagen. Der letzte Raubzug war im baden-württembergischen Stockach. Die fünf Männer und eine Frau sind zwischen 17 und 38 Jahre alt und kommen aus der Region Döbeln und Colditz.

Acht bis zehn Verhandlungstage

Am ersten Verhandlungstag wird lediglich die Anklage verlesen, wie Oberstaatsanwalt Ralf-Uwe Korth von der Staatsanwaltschaft Leipzig erklärte. Dann würden acht bis zehn Verhandlungstage folgen, an denen zahlreiche Zeugen gehört werden. Anfang April könnte ein Urteil fallen.

Dem Hauptverdächtigen, der seit September in Untersuchungshaft sitzt, werden 15 Einzelhandlungen zur Last gelegt. Die anderen waren in unterschiedlicher Anzahl und Art und Weise an den Überfällen beteiligt. Sie müssen sich unter anderem wegen Raubs, räuberischer Erpressung und vorsätzlicher Körperverletzung verantworten.

Die Täter kamen immer abends in die Tankstellen und Supermärkte und bedrohten die Angestellten und Kunden mit einer Waffe. Die Überfälle zogen nicht nur psychische Probleme bei den Angestellten nach sich. Betroffene sind laut Staatsanwaltschaft auch körperlich verletzt worden, wenn auch nur leicht. Erbeutet wurden jeweils zwischen 500 und 2000 Euro.

Fast alle Verdächtigen haben zu den Vorwürfen Angaben gemacht. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie auch geständig sind. Geständnisse könnten den Prozess allerdings erheblich verkürzen.

Crystal aus Tschechien geholt

Gegen den Hauptverdächtigen der Bande hat zudem die Staatsanwaltschaft Chemnitz Anklage erhoben. Vorgeworfen werden dem Mann die unerlaubte Einführung von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie der Handel damit. Zwischen Juli und dem 1. September 2012 hatte der Angeklagte fünfmal Crystal bei sich. Insgesamt handelte es sich dabei um 186 Gramm zum Einkaufswert von rund 14600 Euro. Die Droge hatte der junge Mann, der zur Tatzeit mit 20 Jahren noch als heranwachsend galt, offenbar aus Tschechien nach Deutschland eingeführt.

Am 1. September sind er und weitere mutmaßliche Komplizen von den Polizeibeamten aufgegriffen worden. Der BMW mit FG-Kennzeichen ist auf der Autobahn 14 in Nossen offenbar gewaltsam gestoppt worden. Augenzeugen berichteten von einer eingeschlagenen Seitenscheibe.

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