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Surfen im Krankenhaus

W-Lan gibt es bisher nur in der Helios-Klinik in Leisnig. Doch das hat seinen Preis.

06.10.2017
Von Maria Fricke

 Krankenhaus
In der Helios-Klinik Leisnig erhalten Patienten auf Wunsch die Zugangsdaten zum drahtlosen Internet.

© André Braun

Landkreis. Wer schon einmal längere Zeit im Krankenhaus gewesen ist, weiß, dass es auch dort ohne Internet heute nur selten geht. Keiner, der es im Alltag nutzt, will auf den Kontakt zur Familie mit Nachrichtendiensten wie Whatsapp oder auf das Surfen im sozialen Netzwerk Facebook verzichten. Auch Videos auf dem Portal YouTube schauen, kann für Abwechslung sorgen. Zwar haben inzwischen viele Mobilfunk-Nutzer das Internet als Bestandteil ihrer Handy-Verträge, aber eben längst nicht alle. Ein Zugang zum Internet gehört daher für viele Patienten inzwischen zu den Anforderungen an ein Krankenhaus dazu. Dieser kommen die Kliniken in der Region unterschiedlich nach.

Die Helios-Klinik in Leisnig plant den kostenlosen W-Lan-Zugang für alle

Seit 2009 bietet die Helios-Klinik in Leisnig ihren Patienten einen drahtlosen Internetzugang an. Bereitgestellt werde dieser von einem externen Anbieter, so Peggy Kaufmann, die Geschäftsführerin der Klinik. An der Rezeption erhalten die Patienten bei Bedarf die Zugangsdaten für das hauseigene Netz, das die gesamte Klinik abdecke. Der Service hat jedoch seinen Preis. Für drei Stunden W-Lan-Nutzung zahlen die Patienten vier Euro, für acht Euro bekommen sie eine 24-Stunden-Pauschale. Eine ganze Woche W-Lan kostet 19 Euro. Nur in den Zimmern, die zum Wahlleistungsangebot der Klinik gehören, ist die Nutzung des drahtlosen Netzes kostenlos.

Bei dem Modell soll es in Zukunft nicht bleiben. „Wir überarbeiten unsere W-Lan-Infrastruktur“, kündigt Peggy Kaufmann an. Ziel sei es nicht nur, die Datensicherheit besser zu gewährleisten, sondern auch flächendeckend in der Klinik allen Patienten das Internet kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Es gibt jedoch Tabuzonen in der Klinik, wie die Neugeborenen- sowie die Intensivstation oder die OP-Säle. „Dort ist die Nutzung mobiler Geräte verboten“, sagt Kaufmann. Grund dafür ist nicht nur die mögliche Störung von medizintechnischen Geräten, sondern auch die Wahrung der Diskretion gegenüber anderen Patienten. Rund 9 500 Patienten behandelt die Klinik stationär pro Jahr. In den Zimmern stehen für diese Fernseher mit Radiofunktion sowie Telefon zur Verfügung. Der Fernseher kann kostenfrei genutzt werden, für die Nutzung des Telefons sind Karten erhältlich. Die Gebühr beträgt 20 Cent pro Minute ins deutsche Festnetz.

Im Klinikum Döbeln gibt es kein W-Lan, aber trotzdem Internet

Für zwei Euro pro Tag haben die Patienten des Döbelner Klinikums die Möglichkeit, sich einen Surfstick auszuleihen, mit dem sie einen unbegrenzten Internetzugang erhalten. „Wir haben im Klinikum Döbeln kein flächiges W-Lan“, informiert Verwaltungsdirektor Martin Preißer. Genutzt werde der Stick nur sporadisch, so Preißer. Eine besondere Häufung vor allem bei jüngeren Patienten gebe es nicht. Auch habe das Klinikum bisher noch keine negativen Erfahrungen, wie zum Beispiel Missbrauch des Internetzugangs, machen müssen. Über 12 000 Patienten werden pro Jahr in der Einrichtung an der Sörmitzer Straße behandelt. In den Zimmern der Patienten stehen Fernseher zum Zeitvertreib und Festnetztelefon zur Verfügung. Wer telefonieren möchte, zahlt pro Tag einen Euro plus Telefongebühr. Das Fernsehen kostet nichts.

Internet im Mittweidaer Krankenhaus gibt es nur über ein Terminal

Wer im Krankenhaus Mittweida behandelt wird, der hat nur über ein Infoterminal die Möglichkeit, ins Internet zu gelangen. Der Zugang ist kostenlos, wie Sprecherin Ines Schreiber informiert. „Einen W-Lan-Zugang kann das Krankenhaus in den Patientenzimmern aus technischen sowie sicherheitsrelevanten Gründen noch nicht zur Verfügung stellen“, so Schreiber weiter. Dass der Service für die Patienten immer wichtiger wird, hat die Klinikleitung jedoch bereits erkannt. W-Lan sei demnach laut der Sprecherin geplant, auch „um den Patientenkomfort weiter zu erhöhen“. Jährlich werden rund 10 200 Patienten in dem Krankenhaus des Landkreises behandelt. Auf der Intensivstation sowie im Bereich der OP-Säle besteht jedoch absolutes Handyverbot. Da die Geräte medizinische Technik beeinträchtigen können, sind die Patienten angehalten, auf ausreichend Abstand zwischen Mobiltelefon und den Geräten zu achten. Wie in den anderen Kliniken auch befinden sich in den Zimmern Fernseher und Telefone. Diese können für eine Tagespauschale von 3,50 Euro genutzt werden. Gespräche ins deutsche Festnetz sind dabei unbegrenzt möglich.