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Dienstag, 26.01.2016

Supermarkt setzt jetzt Wachschutz ein

Der Bürgermeister verurteilt den sexuellen Übergriff im Einkaufsmarkt und sorgt sich um die Sicherheit. Das Unternehmen reagiert sofort.

Von Antje Steglich

Der Nettomarkt in Zeithain.
Der Nettomarkt in Zeithain.

© Lutz Weidler

Zeithain. Auch eine Woche nach dem sexuellen Übergriff eines Marokkaners auf eine Mitarbeiterin des Netto-Einkaufsmarktes bleibt der Vorfall das Gesprächsthema in Zeithain. Laut Polizei hatte der 25 Jahre alte Asylbewerber an dem Sonnabend kurz vor Ladenschluss zwei Frauen angesprochen und belästigt. „Das ist für mich auf jeden Fall ein sexueller Übergriff“, sagte Bürgermeister Ralf Hänsel (parteilos) nach dem Gespräch mit einer Betroffenen. Die Frau habe Regale eingeräumt, als der Asylbewerber nach einer Dose Thunfisch oder etwas Ähnlichem gefragt hat. Als er sie nicht finden konnte oder wollte, hat er sich an die Frau gepresst und ihr an die Brust gefasst, erzählt der Bürgermeister. Nachdem der Marokkaner aufgefordert wurde, den Laden zu verlassen, kam er noch einmal zurück und griff der Frau an den Po und zwischen die Beine. Die Mitarbeiterin konnte schließlich zu einer Kollegin flüchten.

Vertrauen ist weg

„Das Vertrauen ist mit einem Mal weg“, sagt Ralf Hänsel und verurteilt den Vorfall aufs Schärfste. „Wer in unserem Land Asyl begehrt, darf nicht straffällig werden! Es kann und darf nicht sein, dass sich die Menschen in unserer Gemeinde wegen ein paar besoffener Asylbewerber nicht mehr sicher fühlen!“, schrieb er zudem auf seiner Facebook-Seite. Denn nachdem es in der Vergangenheit auch positive Erlebnisse mit Asylbewerbern gegeben habe – sie brachten zum Beispiel kleine Weihnachtsgeschenke für die Netto-Mitarbeiterinnen –, „mache ich mir jetzt Sorgen um das subjektive Sicherheitsempfinden“, sagte der Bürgermeister. Obwohl er glaubt, dass objektiv dazu kein Anlass besteht.

Doch auch das Unternehmen Netto geht wohl auf Nummer sicher. Nach SZ-Informationen wird in dem Markt im Zeithainer Gewerbegebiet jetzt ein Wachschutz eingesetzt. Eine Anfrage dazu ließ das Unternehmen jedoch unbeantwortet.

Darüber hinaus meldeten sich zahlreiche SZ-Leser zu dem Vorfall zu Wort, darunter auch einige Augenzeugen. „Viele Frauen in unserem Bekanntenkreis haben mittlerweile Angst und gehen abends kaum noch einkaufen“, heißt es da zum Beispiel.