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Mittwoch, 13.05.2015

Südkoreas Geheimdienst: Nordkoreas Verteidigungsminister hingerichtet

Immer wieder kommt es in Nordkorea zu Hinrichtungen hochrangiger Funktionäre. Diesmal soll es den Verteidigungsminister getroffen haben - auf besonders brutale Weise.

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Nordkoreas Verteidigungsminister Hyon Yong-chol soll vor hunderten Zuschauern hingerichtet worden sein.
Nordkoreas Verteidigungsminister Hyon Yong-chol soll vor hunderten Zuschauern hingerichtet worden sein.

© dpa

Seoul. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes den Verteidigungsminister des Landes wegen Verrats und Ungehorsams hinrichten lassen.

Der 66-jährige Hyon Yong Chol sei bereits um den 30. April auf einem Militärgelände in Pjöngjang von einem Exekutionskommando getötet worden - mit einem Flugabwehrgeschütz und vor Hunderten von Zuschauern. Er soll Kim widersprochen haben und während einer Veranstaltung des Militärs eingeschlafen sein. Das teilte Südkoreas Nationale Aufklärungsdienst (NIS) am Mittwoch Abgeordneten in Seoul wie auch Journalisten mit.

Zweifel an Kims Führung?

Von Nordkorea gab es für die mutmaßliche Hinrichtung keine Bestätigung. Nach den Informationen des NIS habe es keine Anzeichen für eine Rebellion gegeben, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Allerdings werde vermutet, dass unter hochrangigen Funktionären der Zweifel an Kims Führung zunehme. „Da es mehr Klagen von wichtigen Funktionären gibt, hat Kim seine Schreckensherrschaft durch deren Beseitigung verstärkt“.

Hyon, dessen offizieller Titel Minister der Streitkräfte war, sei hingerichtet worden, weil er Kim keinen Respekt gezollt habe, hieß es. Vor Hyuns Hinrichtung habe es kein Gerichtsverfahren gegeben.

Südkoreas Regierung geht davon aus, dass Kim seit seiner Machtübernahme vor mehr als drei Jahren immer wieder politische Säuberungswellen dazu genutzt hat, um seine Stellung zu festigen. Kim Jong Un - der erst Anfang 30 sein soll - war die Macht nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il Ende 2011 übertragen worden.

Prominentestes Opfer einer solchen Säuberung durch das stalinistische Regime unter Kim Jong Un war Ende 2013 dessen angeheirateter Onkel Jang Song Thaek. Dem einst zweitmächtigsten Mann hinter Kim wurde Hochverrat vorgeworfen. Nordkorea hatte damals in seltener Offenheit dessen Hinrichtung bestätigt.

2015 bislang 15 hohe Funktionäre hingerichtet

Hyun Yong Chol stand seit Juni 2014 an der Spitze des Streitkräfte-Ministeriums. In dieser Funktion stand er laut Yonhap in der Hierarchie direkt hinter dem Direktor des politischen Büros der Volksarmee, Hwang Pyong So. Machthaber Kim Jong Un ist neben Parteichef auch oberster Befehlshaber der Streitkräfte.

Im April hatte der NIS mitgeteilt, Nordkoreas Regime habe seit Beginn des Jahres 15 hohe Funktionäre hinrichten lassen. In der Regel gibt es jedoch keine Bestätigung aus Nordkorea für solche Exekutionen. Oft handelt es sich bei Berichten über die Vorgänge in dem weithin abgeschotteten Land nur um Spekulationen.

Der NIS widersprach am Mittwoch Berichten des US-Nachrichtensenders CNN, dass Kim seine Tante Kim Kyong Hui im Mai des vergangenen Jahren vergiften ließ. Die Berichte seien grundlos, hieß es. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. js

    Wenn Friedensnobelpreisträger Obama Drohnen los schickt die Morden ist das ja in Deutschen Medien völlig in Ordnung, ist ja der gute. Wo ist da der unterschied? Der eine so der andere eben auf die weise.

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