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Donnerstag, 05.10.2017

Sturmtief Xavier wird Bäumen gefährlich

Der Altweibersommer ist vorbei. Jetzt kommt Herbstwetter. Und das wegen einer besonderen Windkonstellation sehr schnell.

Von Christoph Springer

Dem letzten schweren Sturm in Dresden Anfang März hielt dieser Baum an der Stephensonstraße nicht stand. Auch Xavier könnte Bäumen zum Verhängnis werden, warnt der Wetterdienst.
Dem letzten schweren Sturm in Dresden Anfang März hielt dieser Baum an der Stephensonstraße nicht stand. Auch Xavier könnte Bäumen zum Verhängnis werden, warnt der Wetterdienst.

© Roland Halkasch

Es wird ungemütlich. Sehr ungemütlich! Xavier kommt, und spätestens ab der Mittagszeit werden die Dresdner das zu spüren bekommen. Cathleen Weber vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig rechnet mit heftigem Wind, viel Regen und niedrigen zweistelligen Temperaturen. Dabei verstärkt die Tallage der Stadt wahrscheinlich noch den Wind. „Sie ist kein Schutz, dazu kommt der Wind aus der falschen Richtung“, sagt die Wetterfachfrau. Der Wind bläst aus Nordwesten, „er staut sich am Gebirge“, erklärt Cathleen Weber, „Südwest wäre besser“.

Das war’s also schon mit dem Spätsommer, nicht nur vorübergehend, sondern wenigstens bis zum Wochenende. Xavier kommt schneller als ein D-Zug zu uns, der sogenannte Jetstream, ein starker Wind in acht bis zehn Kilometern Höhe lässt das Tief von seinem Entstehungsort bei Island nach Mitteleuropa geradezu fliegen. Bis zu 300 Stundenkilometer schnell und genau ins Herz des Kontinents ist dieser Wind gerichtet, erklärt Meteorologe Adrian Leyser aus DWD-Zentrale in Offenbach. Er nennt das eine „Hochgeschwindigkeitsautobahn für unser Sturmtief“.

Am späten Donnerstagvormittag oder gegen Mittag beginnt es in Dresden zu regnen, liest Cathleen Weber in der DWD-Außenstelle Leipzig aus ihren Wetterkarten. Parallel dazu wird es stürmisch, Windgeschwindigkeiten von 60 Stundenkilometern sind auf jeden Fall drin. Das entspricht Windstärke 7. „Am Nachmittag geht auch die Kaltfront durch, da können sich kräftige Schauer entwickeln, und Windgeschwindigkeiten von mehr als 85 km/h sind möglich.“ Auch Orkanböen sind dann nicht ausgeschlossen.

Für die Bäume wird es deshalb gefährlich. „Wir sind noch nicht ganz im Herbst drin, das ist eine Übergangsphase, die Bäume sind noch belaubt“, erklärt Cathleen Weber. „Der Wind verfängt sich in den Blättern“, deshalb besteht die Gefahr, dass Bäume umstürzen.

Nach Xavier wird es aber wieder ein wenig besser. In der Nacht zum Freitag zieht das Sturmtief weiter Richtung Osten. „Der Donnerstag ist der schlechteste Tag“, prognostiziert die Leipziger Meteorologin. Der warme Altweibersommer kommt aber nicht zurück. Auch am Wochenende kann es immer mal regnen, und es wird nicht mehr als 13 oder 14 Grad warm.