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Dienstag, 13.02.2018

Stürmisch, aber nur wenig winterlich

Der Januar fällt wettermäßig aus dem Rahmen. Dabei machte der Vormonat ganz schön Wind.

Von Norbert Märcz

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„Friederike“ bescherte den Waldarbeitern eine Menge Arbeit, hier Udo Fischer, der eine vom Sturm umgestürzte Fichte im Forstrevier Oberfrauendorf bei Luchau zerteilt.
„Friederike“ bescherte den Waldarbeitern eine Menge Arbeit, hier Udo Fischer, der eine vom Sturm umgestürzte Fichte im Forstrevier Oberfrauendorf bei Luchau zerteilt.

© Egbert Kamprath

  • „Friederike“ bescherte den Waldarbeitern eine Menge Arbeit, hier Udo Fischer, der eine vom Sturm umgestürzte Fichte im Forstrevier Oberfrauendorf bei Luchau zerteilt.
    „Friederike“ bescherte den Waldarbeitern eine Menge Arbeit, hier Udo Fischer, der eine vom Sturm umgestürzte Fichte im Forstrevier Oberfrauendorf bei Luchau zerteilt.

Osterzgebirge. Auf der Suche nach dem Winter , so könnte man das Wetter des ersten Monates im neuen Jahr überschreiben. Gerade in tiefen Lagen wurde im normalerweise kältesten Monat kaum eine Schneeflocke und auch recht selten Frost erlebt. Was gut für die Autofahrer war, war natürlich nicht so gut für den Tourismus auf dem Erzgebirgskamm. Zumal das meist trübe Wetter – schon der x-te Monat mit deutlich zu wenig Sonne – tüchtig aufs Gemüt schlägt.

Interessant war die Dreiteilung des Monats, einer sehr warmen ersten Dekade folgte eine durchwachsene Monatsmitte, bevor das letzte Drittel wieder sehr deutlich zu warm war. Auch sehr auffällig: Die tiefste Monatstemperatur in Zinnwald-Georgenfeld lag mit -8,3 Grad Celsius noch nicht mal im zweistelligen Bereich, auch Ausreißer nach oben gab es nicht.

So ist das herausragendste Wetterereignis Orkantief Friederike am 18. Januar gewesen, just exakt elf Jahre nach „Kyrill“, der ja damals beträchtlichen Schaden hinterlassen hat. Nur diesmal war das Orkanfeld recht klein. Und so schnell, wie es kam, zog es auch wieder ab. Während es in den Wäldern zwischen Leipzig und Dresden fürchterlich wütete, wurde das Osterzgebirge – vor allem das Bergland – nur noch gestreift. Der Windmast in Zinnwald registrierte „nur“ 100 Kilometer pro Stunde. Das ist noch nicht mal eine „orkanartige Bö“, also Windstärke 11. Im Tiefland hat es mehr gewütet.

Nichtsdestotrotz stand dennoch der Verkehr in Sachsen so gut wie still und fielen wiederholt etliche Festmeter Holz den Böen zum Opfer. Sehr lobend muss man mal die Vorhersagen erwähnen, die den Sturm schon Tage vorher recht genau und auch von der Zeit her ganz gut eingeschätzt haben. Das zweite Erwähnenswerte ist die Gewitterfront vom 16. Januar, nachmittags, als eine für Januar ordentliche Gewitterfront mit Schnee in den Bergen über das Osterzgebirge zog.

Das insgesamt milde Wetter brachte die Natur teils etwas durcheinander, die ersten Frühblüher wurden in tieferen Lagen schon gesichtet. Am 30. Januar sind sogar die ersten Schneeglöckchen in Zinnwald-Georgenfeld entdeckt worden.

Relativ selten ließ sich die Sonne blicken, auch wenn es schon Jahre mit noch weniger Sonne gab, sind gute zwanzig Stunden Sonnenausbeute schon sehr mager. Sonnigster Tag war der 11., an dem an der Zinnwalder Wetterstation 6,6 Stunden registriert wurden. Auffällig auch, dass relativ wenig böhmischer Nebel beobachtet wurde, allerdings blieben auch gute Fernsichten die Ausnahme, dafür war die Luft viel zu feucht. Eine durchschnittliche relative Feuchte von 97 Prozent ist schon ein absoluter Spitzenwert.

Der Autor ist Vorsitzender des Wettervereins Zinnwald-Georgenfeld.