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Montag, 20.11.2017

Stress und Arbeit - die dunkle Seite der erfolgreichen Wirtschaft

Der Wirtschaftsstandort Deutschland

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Abbildung 1: pixabay.com © Counselling (CC0 Public Domain)
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  • Abbildung 2: pixabay.com © rawpixel (CC0 Public Domain)
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erfreut sich bei den Firmen weltweit nach wie vor großer Beliebtheit. Trotz der verhältnismäßig geringen Größe der Bundesrepublik ist sie wirtschaftlich definitiv unter den erfolgreichsten Nationen der ganzen Welt. Doch vor allem für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben die Ursachen für diesen Erfolg teilweise erhebliche Nachteile. Doch welche Gefahren lauern in der Entwicklung? Welche Probleme treten auf? Und wie könnten sich diese auf die Zukunft auswirken? Gibt es Möglichkeiten, den Problemen entgegen zu treten? Auf all diese Fragen wird der folgende Artikel eingehen, auch wenn er sie nicht abschließend beantworten kann.

Der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands

Zunächst ist Deutschland die größte Volkswirtschaft innerhalb der Europäischen Union und nach den drei ökonomischen Giganten USA, China und Japan die viertgrößte der Welt. Dieser Umstand ist vor allem einigen Kernbranchen wie der Automobilbranche, der Chemieindustrie oder dem Maschinenbau zu verdanken. Diese Bereiche sind nicht nur, aber auch für die Exportstärke der Republik verantwortlich. Zusätzlich binden hier verhältnismäßig wenige Firmen viele Arbeitsplätze.

Vergessen sollte man aber auf keinen Fall, dass der Mittelstand eher noch als die großen Konzerne das Rückgrat der hiesigen Wirtschaft darstellt. Denn rund sechzig Prozent aller Angestellten sind im Mittelstand beschäftigt, weit über neunzig Prozent der Firmen gehören dem Mittelstand an. Der Mittelstand setzt sich aus kleinen und mittelgroßen Unternehmen zusammen. Die Definition lautet, dass mittelständische Unternehmen weniger als 500 Beschäftigte haben und weniger als 50 Millionen Umsatz im Jahr erwirtschaften.

Woher kommt der Stress?

Dass Stress ein Problem in unserer Gesellschaft ist, zeigt sich in mannigfaltigen Ausdrücken. Eines der klassischen Beispiele ist das sogenannte Burn-Out-Syndrom, das übrigens bis heute noch keine eigene medizinische Diagnose bekommen hat. Das ist schon deshalb bedenklich, weil vor einigen Jahrzehnten derartige Erkrankungen entweder nicht bekannt waren oder keinerlei mediale Präsenz bekamen. Die schlichte Tatsache, dass immer mehr Menschen aufgrund psychischer Erkrankungen arbeitsunfähig werden, lässt sich weiterhin nicht ignorieren. Dass dies etwas mit der Arbeitswelt zu tun hat, ist schlichtweg sehr wahrscheinlich. Denn historisch gesehen wurden die Konditionen für die Arbeitnehmer über die Jahrzehnte besser - bis hin zur Einführung der klassischen 40-Stunden-Woche. Dass die psychischen Erkrankungen dennoch der größte Posten bei den Arbeitsausfällen sind, spricht dafür, dass Stress nicht unbedingt die reine Menge an Arbeit beziffert.

Stattdessen sind die persönlichen Anforderungen an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gestiegen. Denn auch, wenn der Nine to Five-Job in vielen Fällen die Theorie ist: In der Praxis arbeiten die allermeisten Menschen mehr. So ist es leicht zu erklären, dass ein Stressaufkommen praktisch in allen Branchen vorkommt - in manchen geht dies sogar so weit, dass sich die Angestellten zu keinem Zeitpunkt nicht gestresst fühlen.

Eine der Ursachen für diese Tatsache ist die Beschleunigung der Wirtschaft. Schließlich hat nicht nur die Globalisierung für enorme Wachstumsschübe gesorgt, sondern auch die Digitalisierung und die gegenwärtige Entwicklung der sogenannten Industrialisierung 4.0. Aufgrund der strengen Gewinnorientierung, die Privatunternehmen haben müssen, um heute Schritt halten zu können, sind die Angestellten permanent im Zugzwang, ihre Leistung und Effizienz ebenfalls zu steigern.

Zudem sind die Arbeitsabläufe immer komplexer geworden - und insbesondere kleinere Firmen investieren nicht immer in unterstützende Lösungen, um Ausgaben aus dem Weg zu gehen. Ohnehin ist es ein klassisches, mittelständisches Problem, mit den ökonomischen Herausforderungen unserer Zeit Schritt zu halten, ohne dafür allzu große Finanzmittel aufwenden zu können. Aus diesem Grunde tragen die Angestellten dann den Mehraufwand - ein enormer Stressfaktor.

Was tun gegen den Stress?

Unternehmen können allerdings auch ohne massenweise Investitionen einige Maßnahmen vornehmen, um ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in dieser Hinsicht zu entlasten. Ein erster Schritt hierfür könnte die Optimierung notwendiger Vorplanungen sein, die bösen Überraschungen vorbeugen und das Management definitiv verbessern. Dadurch nimmt man automatisch Stress von den Angestellten, weil sie weniger flexibel reagieren müssen und entsprechend weniger Überstunden schieben, um Kurzsichtigkeiten auszubügeln. Weitsicht ist für Unternehmer trotz der notwendigen Dynamik ihrer Firmen sehr wichtig - sie müssen lediglich mehr Eventualitäten einplanen, als dies früher der Fall gewesen ist.

Weiterhin ist die Arbeitsatmosphäre ein ganz wichtiger Punkt. Auch wenn überall flache Hierarchien propagiert und Teamwork als der optimale Weg beworben wird - wirkliche Umsetzung gibt es eher selten. Dabei profitieren die Chefetagen hiervon ganz genauso wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsatmosphäre beginnen in aller Regel bei der Etablierung einer verbesserten Kommunikation. Das heißt, dass Meetings regelmäßig stattfinden müssen und keineswegs nur Vorträge der Vorgesetzten sind. Durch diesen Vorgang fühlen sich die Mitarbeiter stärker eingebunden.

Ebenso wichtig ist übrigens, dass man nach Möglichkeit eher mit positiver Bestärkung als mit purem Druck arbeitet. Denn die Angst, den eigenen Arbeitsplatz und damit die Existenzgrundlage zu verlieren, ist eine der denkbar schlechtesten Grundlagen zur Motivation. Gleichzeitig ist es eine der häufigsten Ursachen für ein mögliches Burnout-Syndrom und sollte somit tunlichst vermieden werden.

Fazit

Der wirtschaftliche Erfolg in Deutschland hat seine Schattenseiten - und der Schatten fällt nicht selten auf die Angestellten. Trotzdem sollten die Firmen ihre Möglichkeiten nutzen, um den Angestellten ein möglichst stressfreies Arbeiten zu ermöglichen. Dies verbessert nicht nur die Produktivität, sondern vermindert auch die Gefahr von chronischen, psychischen Krankheiten und damit Arbeitsausfällen.