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Mittwoch, 13.09.2017

Streithähne sehen sich im Gericht wieder

Ein Döbelner soll seinen Vermieter beleidigt und bedroht haben. Er gestand die Tat. Das Gericht zeigte sich gnädig.

Von Helene Krause

© Symbolfoto: dpa

Döbeln. Am späten Abend des 19. Dezember 2016 soll ein 47-jähriger Döbelner in der Straße des Friedens 17 seinen Vermieter beleidigt haben. Außerdem soll er ihn mit einem Küchenmesser bedroht und gesagt haben, dass er ihn töten will. So steht es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Chemnitz. Wegen des Vorfalls musste sich der 47-Jährige jetzt vorm Amtsgericht Döbeln verantworten. Vorgeworfen wurde ihm Beleidigung und Bedrohung.

„Es stimmt“, sagte der Beschuldigte. „Ich habe ihn beleidigt.“ Dass er ihn mit einem Küchenmesser bedroht hat, leugnete er. „Es gab kein Küchenmesser“, sagte er. Der Tat vorausgegangen war ein Streit zwischen dem Geschädigten und dem Angeklagten.

Das Opfer ist der Vermieter des Beschuldigten. Es gab Unstimmigkeiten wegen der Nebenkostenabrechnung. Außerdem möchte der Vermieter den Angeklagten aus dem Haus haben. Am Tatabend hatte der Beschuldigte sich mit dem Geschädigten im Keller verabredet. Er wollte mit ihm über die Unstimmigkeiten reden. Doch der Vermieter ging nicht in den Keller, sondern zur Wohnung des Angeklagten.

Dort stellte er seinen Fuß in die Tür. Als der Angeklagte dazu kam, kam es zu einem Wortwechsel zwischen beiden. Der Sohn des Vermieters trennte die Streitenden. Beide sind vor Gericht nicht unbekannt. Dafür, dass er seinen Fuß in die Tür des Angeklagten gestellt hat, erhielt der Vermieter einen Strafbefehl wegen Nötigung. Er musste eine Geldstrafe zahlen. Das hat er getan.

Weil der Beschuldigte geständig war, wurden keine Zeugen gehört. Das Gericht ließ Gnade walten. Die beleidigenden Worte waren im Zusammenhang des Streits gefallen. Es stellte das Verfahren gegen Geldauflage ein. Der Angeklagte muss 300 Euro an den Verein Sonnenstrahl für krebskranke Kinder zahlen.