erweiterte Suche
Dienstag, 12.01.2016

Streit um Painthorse Ranch beendet

Nach knapp zwölf Jahren hält Pferdeliebhaberin Christina Ullmann eine Baugenehmigung in den Händen.

Von Nadine Steinmann

Weil sie für den Umbau des Rinderstalls zu einem Pferdestall keine Baugenehmigung hatte, stritt sich Christina Ullmann jahrelang mit dem Bautzner Landratsamt.
Weil sie für den Umbau des Rinderstalls zu einem Pferdestall keine Baugenehmigung hatte, stritt sich Christina Ullmann jahrelang mit dem Bautzner Landratsamt.

© Willem Darellmann

Das ewige Gezerre ist endlich vorbei und Pferdeliebhaberin Christina Ullmann kann nun endlich wieder in Ruhe schlafen. Jahrelang war ihr das nicht vergönnt, denn wegen einer kleinen Formalie stand ihr Traum vom eigenen Pferdehof immer wieder auf der Kippe. Diesen hatte sich die Ottendorferin vor knapp zwölf Jahren am Wachberg verwirklicht. Sie kaufte das Gelände eines alten Landwirtschaftsbetriebs, ließ den darauf befindlichen Rinderstall zu einem Pferdestall umbauen. Um den Traum zu finanzieren, betreibt Christina Ullmann auf ihrer Painthorse Ranch ein kleines Zusatzgeschäft, hat neben ihren eigenen Pferden auch die anderer Besitzer mit untergestellt.

Doch im Bautzener Landratsamt hegten die Verantwortlichen Zweifel an dem Treiben am Wachberg. Für den Umbau des Rinderstalls hätte Christina Ullmann eigentlich eine Baugenehmigung benötigt. Die könnte das Landratsamt auch noch nachträglich rüberschieben. Doch die Behörde weigerte sich jahrelang. Denn aus Sicht der Mitarbeiter von der Kreisverwaltung hätte der Stall gar nicht erst umgebaut werden dürfen. Zwar ist das Gelände für die landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen. Die Painthorse Ranch sei aber nun einmal kein landwirtschaftlicher Betrieb, so die Argumentation.

Für Christina Ullmann ein Argument, dass weder Hand noch Fuß hat, schließlich rechnete sie schon jahrelang beim Finanzamt das Unterbringen der anderen Pferde in Nebentätigkeit ab. Für ihre Sache zog sie sogar vor das Dresdner Oberverwaltungsgericht, lud zudem Landrat Michael Harig auf ihre Ranch ein, um mit ihm über ihre Probleme zu sprechen. Ihr Kampfgeist hat sich in jedem Fall gelohnt, denn nun hat die Bautzner Kreisverwaltung endlich Einsicht gezeigt. „Nachdem ich den Bauantrag ein drittes Mal eingereicht habe, ist er endlich bewilligt worden“, erzählt die Pferdeexpertin ganz glücklich. Zwar sieht das Landratsamt immer noch keine Landwirtin in ihr, doch als Privatperson hat sie den Bauantrag nun erhalten.

Nun will sie sich auf die aktuell anfallenden Aufgaben am Wachberg konzentrieren. „Für einen Nebenerwerb läuft es gut“, erzählt Christina Ullmann. Die Pferde wären gut bei ihr aufgehoben, auch wenn sie keinen „Schickimicki-Stall“ hat, wie sie selbst erklärt. Die Pferde wird das herzlichst wenig interessieren, sind sicherlich glücklich, wenn sie genügend Auslauf und zu fressen haben. Und Christina Ullmann ist froh, dass sie endlich ein kleines Formular in den Händen hält, das ihr Glück auf dem Rücken der Pferde endgültig perfekt macht.