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Samstag, 04.11.2017

Streit um neues Königsufer entbrannt

Der Wettbewerb um die beste Gestaltungsidee kann wohl nicht pünktlich starten.

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Dresden. Eigentlich stand der Zeitplan für die Neugestaltung des Königsufers fest: Am kommenden Donnerstag sollten Dresdner Bürger die Aufgaben für Architekten und Stadtplaner formulieren – grobe Ziele, wie der Bereich zwischen Königsufer und Neustädter Markt einmal aussehen soll. Die Büros hätten dann ab Dezember ihre Vorschläge einreichen können. Eine Jury aus Experten und Bürgern sollte sich dann im September 2018 auf einen Entwurf festlegen. Ob das alles im ersten Anlauf gelingen wird, ist fraglich.

Linke und CDU haben am Donnerstag beschlossen, dass die von den Bürgern formulierte Aufgabenstellung sowie die geplante Jurybesetzung vom Stadtrat abgesegnet werden soll. Dieser tagt allerdings erst wieder Ende des Monats. Außerdem bestimmten beide Parteien zwei zusätzliche Jurymitglieder, den Züricher Architektur-Professor Hans Kollhoff und den Freiburger Kunsthistoriker Professor Peter Stephan. SPD-Stadtrat Vincent Drews sprach von einer mehrmonatigen Verzögerung, die durch den Beschluss ausgelöst werde. Die Linke verteidigt ihr Vorgehen: Wie der städtebauliche Wettbewerb ablaufen wird, wäre bislang nicht transparent genug in der Öffentlichkeit gesagt worden.

Bereits im Vorfeld hatte die Stadtverwaltung den Rat von Experten eingeholt. Der exponierte Standort nahe Augustusbrücke und Blockhaus verlange nicht nach einem großen, bedeutenden Gebäude, wie vor einigen Jahren mal favorisiert wurde, sagte etwa Thomas Will, Professor für Denkmalpflege an der TU Dresden. Stattdessen soll der offene Uferabschnitt durch kleinteilige Bausteine nur so geschlossen und abgerundet werden, dass er gegenüber der monumentalen Anlage von Brühlscher Terrasse und Theaterplatz weiterhin den Aspekt der kleinräumigen, gärtnerisch lebendigen Uferansicht betont.

Wer sich als Bürger um einen Jurysitz bewerben möchte, kann dies noch bis Montag tun. (SZ/sr/kh)

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Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. xy

    Ich hätte ja gern eine schöne Parkanlage, aber Parks kosten ja nur Geld und bringen Anlegern und Aktionären keine Kohle ein...

  2. Camper

    @1 xy: Es geht hier übrigens um Wiederbebauung eines nur temporär brachliegenden Bereiches. Aber da ja keine Wohnungen in der Stadt fehlen, könnte man ja Ihren Vorschlag mit einem Obdachlosenzeltplatz kombinieren.

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