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Dienstag, 26.08.2014

Streit um Kreuzung an der Stadtgrenze

Durch eine neue Vorfahrtsregel sollen Freitaler schneller in den Dresdner Süden kommen. Gegen die Pläne regt sich Protest.

Von Jane Jannke

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Seit Jahren ein Zankapfel: die Vorfahrt an der Kreuzung am Gasthof Hopfenblüte in Freital. Die Stadt Freital will hier wieder eine abbiegende Hauptstraße schaffen.
Seit Jahren ein Zankapfel: die Vorfahrt an der Kreuzung am Gasthof Hopfenblüte in Freital. Die Stadt Freital will hier wieder eine abbiegende Hauptstraße schaffen.

© Eckbert Kamprath

Wird der Streit um die Vorfahrtsregelung an der Kreuzung Hopfenblüte zur Endlos-Posse? Weil sie den Verkehrsfluss nach Dresden erleichtern soll, liegt seit Mai ein Antrag der Stadt Freital auf Wiedereinrichtung einer abbiegenden Hauptstraße von der Burgker auf die Karlsruher Straße beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Meißen (Lasuv). Gegen den geht nun allerdings abermals die Ortschaft Kleinnaundorf vor. Vor einigen Wochen gesellte sich zum Freitaler Antrag ein Schreiben von Ortsvorsteher Dietmar Polster. Darin fordert er ein Konzept zur Verhinderung von verstärktem Verkehr durch Kleinnaundorf, denn der sei im Zuge der angestrebten abbiegenden Hauptstraße zu befürchten.

Bereits jetzt, so Polsters Argument, teile sich die Schar derjenigen, die von Bannewitz über die neue Staatsstraße 191 Richtung Dresden fahren, etwa hälftig auf die Kohlen- und die durch Kleinnaundorf führende Steigerstraße auf. „Im Falle einer Änderung der Vorfahrtsregeln an der Hopfenblüte würde aber die Dorfstraße zur Verlängerung der S191, weil das 1,5 Minuten weniger Fahrzeit als über die Kohlenstraße sowie zusätzlich weniger Wartezeiten an der Hopfenblüte bedeuten würde.“ Denn die Kleinnaundorfer Straße hätte dann Vorrang vor der Kreisstraße.

„Das wäre absoluter Unsinn“, sagt Polster, zumal die jetzige Vorfahrtsregelung erstens weitaus sicherer, und vor dem ganzen Hin und Her über Jahrzehnte nie Gegenstand von Diskussion gewesen sei. Polizei und ADAC hätten bestätigt, dass eine geradeaus verlaufende Hauptstraße generell sicherer sei als eine abbiegende. Steigende Unfallzahlen im Zuge der erstmaligen Umstellung der Vorfahrt während des Baus der Coschützer Straße 2010 bis 2013 hätten dies bestätigt, sagt Polster.

Dennoch will die Stadt Freital die einstige Interimslösung nun dauerhaft etablieren. Eine Verkehrszählung im Mai (abbiegende Hauptstraße) und September 2013 (aktuelle Lösung) sollte den notwendigen Nachweis eines höheren Verkehrsaufkommens von der Burgker auf die Karlsruher Straße Richtung Dresden erbringen. Etwa 7.400 Fahrzeuge waren bei beiden Lösungen im Schnitt auf der Burgker Straße unterwegs, auf der Kohlenstraße dagegen nur 2 300. Doch die Zählung, wendet Polster nun ein, sei nicht repräsentativ, da sie stattfand, als sich Kohlen- und Coschützer Straße im Bau befanden. Er plädiert dafür, vor einer neuerlichen Änderung der Vorfahrt die Fertigstellung aller Straßenbauprojekte im Umkreis abzuwarten und dann auf Basis verlässlicher Zahlen zu entscheiden.

Freital schweigt sich derweil zu Sinn oder Unsinn der gewünschten Rückänderung der Vorfahrtsregel aus. Man warte auf die Entscheidung des Lasuv, wolle sich darüber hinaus nicht näher zur Sache äußern, heißt es aus dem dortigen Rathaus. Anregungen für einen besseren Schutz des Kleinnaundorfer Ortskerns im Falle eines positiven Lasuv-Bescheides hätten seitens der Stadt Freital bislang keinerlei Berücksichtigung gefunden, moniert Dietmar Polster. Konkret hatte er Tempo 30 im Ort und eine Ampelschaltung an der Kreuzung Hopfenblüte ins Spiel gebracht.

Beim Lasuv gibt man sich vorsichtig. Mit Bezug auf die von Freital vorgelegten Zahlen aus der Verkehrszählung spricht man zwar von „derzeit erfüllten Voraussetzungen“ für eine abbiegende Hauptstraße. Die Situation könne sich jedoch mit Fertigstellung der Baumaßnahmen an der Kohlenstraße sowie dem seitens der Stadt Dresden geplanten Ausbau der Potschappler Straße wieder grundlegend ändern, schränkt Sprecherin Kerstin Siebert ein.

Dietmar Polster hat derweil noch einmal nachgelegt. Mit einem Schreiben hat er sich direkt an Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) gewandt und dort um Unterstützung geworben. Eine Antwort steht allerdings noch aus.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 14 Kommentare

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  1. Freitaler

    Ich bin ganz klar für die Beibehaltung der jetzigen (und ursprünglichen) Verkehrsführung. Habe an der Kreuzung einige Unfälle miterlebt und auch selbst schon fast zwei gebaut - nur wegen der abknickenden Vorfahrt. Dazu kommt, dass Fahrzeuge aus der Kohlenstraße bei abknickender Vorfahrt kaum noch über die Kreuzung - die für sie auch sehr unübersichtlich ist (Burgker straße - schräg links rückwärts, Kleinnaundorfer Straße nach vorne versetzt nach rechts plus nach links abbiegender Gegenverkehr, wegen Schildern auf Fußgängerfurt Abbiegeabsicht erst im letzten Moment erkennbar...) kommen, während sich auf der burgketr Straße derzeit kaum Wartezeiten ergeben. Die abknickende Vorfahrt wurde seinerzeit wegen des Baus des Kreisverkehrs im Plauenschen Grund in DD eingerichtet und später wegen der Bauarbeiten auf der Coschützer Straße erneut eingerichtet. Diese Gründe sind weggefallen. Die Kleinnaundorfer Straße muß auch verkehrsentlastet werden, da sie auch als Schulweg dient (kein Bus mehr!)!

  2. kf

    An dieser Stelle könnte man auch über einen Kreisverkehr nachdenken. Platz genug wäre vorhanden.

  3. Ich

    Ich bin für die abbiegende Hauptstraße. Jahrelang habe ich dies Straße mehrmals täglich genutzt. Im Winter ist ein anfahren teilweise ein Grauen (man muss drei Seiten beachten und blinken ist bei den meisten Verkehrsteilnehmern schon lange aus der "Mode" gekommen). Ich kann am Berg anfahren, viele haben damit aber Probleme! leider! Die Straße ist glatt und man muss ewig warten um nach DD abbiegen zu können. Während und nach der Flut hat es doch auch funktioniert! Unfälle bauen an solchen Kreuzungen meisten unachtsame Einheimische. Sie sind den Hauptstraßenverlauf gewöhnt und ignorieren dann die Verkehrszeichen.

  4. Brummkreisel

    Einfach einen (zur Not für Schwertransporte) überfahrbaren Kreisverkehr bauen. Nimmt Tempo raus, erzeugt keine laufenden Kosten und alle Straßen sind gleichberechtigt. Oder einfach "Nein/Ja" sagen und gut ist. Dieses Geplaudere über Studien und Messungen im Zuge einer Dorfstraße ist ja nicht zu ertragen. Aber die Leute in den Ämtern wollen schließlich alle was zu tun haben, verständlich. Nicht das noch jemand auf die Idee kommt die Posten zu streichen.

  5. August

    Seit wann wird der Landeshauptstadt von den umliegenden Dörfern vorgeschrieben, wie die innerstädtischen Vorfahrtsregeln zu gestalten sind???

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