erweiterte Suche
Donnerstag, 27.12.2012

Streit um ein Mädchen endet tödlich

Gepflegte Vorgärten, ruhige Straßen und Spazierwege am Bach: In einem beschaulichen Ort in Baden-Württemberg soll ein 15-Jähriger einen 17-Jährigen erstochen haben - im Streit um ein Mädchen.

1

Zwei Jungen haben sich am zweiten Weihnachtstag zu einer Schlägerei verabredet. Der Streit um ein Mädchen endet für einen der beiden tödlich. Am Tag danach zeugen Kerzen von der Tragödie Vöhringen.
Zwei Jungen haben sich am zweiten Weihnachtstag zu einer Schlägerei verabredet. Der Streit um ein Mädchen endet für einen der beiden tödlich. Am Tag danach zeugen Kerzen von der Tragödie Vöhringen.

© dpa

Vöhringen/Rottweil. Der Regen hat die roten Spuren der Tat wohl schon verwischt. Blut ist nicht mehr zu sehen, dort, wo das Rauschen des Baches zu hören ist. Nur sechs kleine Grablichter auf einem Spielplatz deuten an, was sich am Tag zuvor in dem kleinen Ort Vöhringen in Baden-Württemberg abgespielt hat: ein Streit zwischen zwei Teenagern mit tödlichem Ausgang.

In der beschaulichen 4.000-Seelen-Gemeinde, zwischen gepflegten Vorgärten und Spazierwegen am Bach, soll ein 15-Jähriger einen zwei Jahre älteren Jugendlichen mit einem Messer niedergestochen haben. Der Grund: ein Kampf um ein Mädchen. Dabei soll der mutmaßliche Täter auch die Halsschlagader des 17-Jährigen verletzt haben. Obwohl ein Bekannter des Opfers noch den Notarzt verständigte, starb der Junge wenig später in der Klinik.

In Vöhringen herrscht Fassungslosigkeit

„Schrecklich, dass so etwas hier passiert“, sagt eine Anwohnerin. Die beiden jungen Männer hätten sich gut gekannt, sagt ihr Sohn. Sie hätten oft auf dem Spielplatz gesessen. „Auf Facebook gibt es sogar Fotos von beiden zusammen.“

Die Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus. Die Jugendlichen hätten sich am zweiten Weihnachtstag zu einer Schlägerei in der Nähe des Baches verabredet, heißt es. Im Streit soll der 15-Jährige schließlich ein Taschenmesser gezückt haben. Er wurde in der Wohnung seiner Eltern festgenommen, wo die Polizei auch die Tatwaffe fand. Wegen des Verdachts auf Totschlag sitzt der junge Mann in Untersuchungshaft. Gestanden hat er die Tat nach den Worten der Staatsanwaltschaft aber bislang nicht.

In Vöhringen herrscht neben Fassungslosigkeit auch tiefe Trauer. „Er war sehr beliebt im Ort“, sagt eine Bekannte des Opfers. Sie blickt auf die roten Grablichter auf einem Holztisch am Tatort und fügt hinzu: „Es ist so bitter: In wenigen Tagen hätte er seinen 18. Geburtstag gefeiert.“ (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

Alle Kommentare anzeigen

  1. arno nymsen

    „Auf Facebook gibt es sogar Fotos von beiden zusammen.“ na da sollte man doch grad ein like it oder daumen hoch geben ... (ironiemodus aus )

Alle Kommentare anzeigen

Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.