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Montag, 21.07.2014

Straßenkünstler protestieren

Dresden will künftig an der Straßenmusik mitverdienen. Die Betroffenen sind empört. Sie sehen ihre Existenz bedroht.

Seifenblasen haben es Georg Gräßler angetan. Der 27-Jährige ist Straßenkünstler. Jedes Wochenende lässt der junge Mann Ringe kreisen und Bälle fliegen. Meistens auf dem Neumarkt. Nun ist seine Existenz bedroht. Denn die Stadt will die Bedingungen für Straßenkunst ab dem 1. August neu regeln. Danach sind künftig Anmeldungen erforderlich, in einigen Gebieten darf nicht mehr gespielt werden. Auch die Anzahl an Künstlern soll so begrenzt werden. Den Beschluss fasste die Verwaltung vor wenigen Tagen im Alleingang, ohne Zustimmung des Stadtrates.

Etwa 30 Straßenkünstler haben deshalb am Sonnabend auf dem Neumarkt gegen die Pläne des Rathauses demonstriert. „Derzeit kann ich gerade so von meiner Kunst leben. Kommt die neue Regelung, muss ich mir etwas anderes suchen. Das ist, als nähme man einem Saisonarbeiter seine Arbeit weg“, sagt Gräßler. Auch eine Petition haben die Künstler gestartet, die einen sofortigen Stopp der neuen Verordnung fordert. „Wir möchten mit der Stadt über eine Regelung sprechen. Schließlich wollen auch wir, dass sich etwas ändert“, so Gräßler. Vor allem in der Sommerzeit kämen viele zusätzliche Künstler nach Dresden. „Irgendwann wird es aber einfach zu voll.“ Die Stadt versucht bereits seit zwei Jahren, Straßenkunst einzuschränken. Der Grund: Beschwerden über Lärmbelästigung. Georg Gräßler will das allein nicht gelten lassen. „Ich habe bisher nie negative Erfahrungen gemacht“, sagt er. (uki)

Wer die Künstler unterstützen möchte, kann dies bei der Online-Petition tun: www.tiny.cc/kleinkunst