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Straßenbau aufs Frühjahr verschoben

Zurzeit werden in Queckhain die Grundstücke mit dem neuen Abwasserkanal verbunden. Dann ist erst einmal Winterpause auf der Baustelle.

07.10.2017
Von Heike Heisig

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René Hallfahrt von STI Bau aus Döbeln ist in Queckhain dabei, den Abwasserkanal an die Grundstücke anzubinden. Der Straßenbau wird dann nicht mehr folgen. Die Kommune will keine Winterbaustelle.

© André Braun

Leisnig. So war das nicht geplant. Eigentlich sollte die durch den Ortsteil Queckhain führende Straße noch 2017 in Ordnung gebracht werden. Überhaupt ist die Sanierung den Anwohnern schon sehr lange in Aussicht gestellt worden. Und sie witterten auch schon Morgenluft, als sie eines Morgens eine grüne Kennzeichnung auf der alten Straßendecke entdeckten. Doch die war „nur“ für den Bau des Mischwasserkanals aufgebracht worden. „Jetzt wird es wohl endlich losgehen, dachten wir“, sagt Anwohnerin Ruth Peisz. Doch weit gefehlt.

Inzwischen steht fest: Nach dem Kanalbau bekommt die Straße nur eine provisorische Decke. Darüber informierte Bauamtsleiter Thomas Schröder die Stadträte. Als Grund dafür gab er an, dass die Kanalbauarbeiten an sich wohl nicht vor Ende Oktober komplett abgeschlossen sein werden. „Dann wollen wir im November keine Winterbaustelle aufmachen“, so Schröder.

Um den Winterdienst „vernünftig absichern zu können“, soll dem Amtsleiter zufolge eine provisorische Straßendecke in der Ortslage aufgebracht werden. Der eigentliche Straßenbau sei dann fürs Frühjahr 2018 geplant. „Wir fühlen uns verhöhnt und hingehalten“, sagt Ruth Peisz auch im Namen ihres Mannes. „Wieder nur Flickschusterei!“ Die hätten die Queckhainer über Jahre zur Genüge gehabt.

Die Planänderung begründete Thomas Schröder damit, dass sich sämtliche Tiefbauarbeiten in dem Ort, die in diesem Jahr über die Bühne gehen sollten, verzögert haben. Der Abwasserzweckverband wollte schon früher fertig sein, konnte allerdings erst im Spätsommer mit dem letzten Bauabschnitt in Richtung Ortsausgang/Staatsstraße Leisnig-Hartha beginnen. Inzwischen ist der Kanal in der Erde. Die Bauleute der Firma STI Bau aus Döbeln realisieren gerade die Hausanschlüsse. Damit werden sie noch zwei oder drei Wochen zu tun haben. Danach wird die Straße provisorisch geschlossen.

Mit dem Straßenbau selbst hat die Kommune schon im vergangenen Jahr angefangen, und zwar vom Bach bis zur letzten Bebauung in Richtung Wallbach. In diesem Abschnitt sind für rund 320 000 Euro die Fahrbahn und die Randbereiche erneuert worden. Die Arbeiten damals hatten die Handwerker der Firma Andrä Straßen- und Wegebau GmbH Leisnig erledigt. Sie legten nach öffentlicher Ausschreibung auch für den weiterführenden Straßenbau das günstigste Angebot vor. Die Stadträte vergaben den Auftrag mit einem Umfang von etwas mehr als 300 000 Euro bereits an das Leisniger Unternehmen, obwohl er erst nächstes Frühjahr realisiert werden soll.

Sowohl der Abwasserverband als auch die Stadt Leisnig können für die Schadensbehebungen Fördergeld aus dem Fluthilfefonds einsetzen. Das Gros der Schäden entstand durch die Starkniederschläge 2013.