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Freitag, 31.03.2017

Storch auf Abwegen

Störche bleiben oft über Jahre ihrem Nest treu. Der Bärwalder aus dem Vorjahr kehrte auch zurück. Doch jetzt wurde er woanders gesichtet.

Von Sven Görner

Vor zwei Wochen war unserem Fotografen noch diese Aufnahme des Bärwalder Storches geglückt. Inzwischen hat das aus Tschechien stammende Tier dem Dorf allerdings wieder den Rücken gekehrt. Und eine Landsmännin gefunden.
Vor zwei Wochen war unserem Fotografen noch diese Aufnahme des Bärwalder Storches geglückt. Inzwischen hat das aus Tschechien stammende Tier dem Dorf allerdings wieder den Rücken gekehrt. Und eine Landsmännin gefunden.

© Arvid Müller

Bärwalde/Schönborn. Günter Opitz hat als langjähriger ehrenamtlicher Storchenbetreuer schon einiges mit den großen Vögeln erlebt. Schönes und auch Trauriges. Trotzdem hat ihn jetzt einer der Adebare überrascht.

Seit Jahren gehörte in Schönborn bei Radeberg ein männliches Tier zu den ersten Ankömmlingen. „Oft war er schon im Januar da.“ Was wohl daran gelegen haben mag, dass er vor gut zehn Jahren auf dem Flugplatz verletzt und danach wieder aufgepäppelt worden war. „Danach hat er sich den Winter über wohl meist irgendwo in der Nähe aufgehalten“, so der Storchenfreund von der Nabu-Fachgruppe Ornithologie Großdittmannsdorf. In diesem Jahr blieb der Dauerbewohner indes aus. Nur ein weiblicher Vogel war angekommen. Zumindest bis vor ein paar Tagen. Da konnte Günter Opitz noch einen zweiten Storch entdecken. Einen mit Ring am Bein. Und was er auf diesem beim genauen Hinsehen durch das Fernglas entdeckte, überraschte ihn doch sehr.

„Das männliche Tier ist das gleiche, dass ich vor etwa zwei Wochen in Bärwalde beobachtet habe.“ Im vergangenen Jahr war dieser Storch später in Bärwalde angekommen als diesmal, erinnert sich Günter Opitz. Trotzdem schafften der Storch und seine Partnerin zwei erfolgreiche Aufzuchten.

Möglich, dass er nicht länger auf seine Partnerin aus dem Vorjahr warten wollte und daher in der Umgebung nach einer anderen gesucht hat. „In diesem Jahr wird er wohl in Schönborn bleiben“, sagt Günter Opitz. Denn er habe gesehen, dass sich die beiden gepaart haben.

Und noch etwas hat der Storchenbetreuer entdeckt. Auch das Weibchen ist beringt. „Beide Tiere kommen demnach aus Tschechien.“