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Donnerstag, 04.01.2018

Stoch und Freitag weiter Kopf an Kopf

Die Tournee wird turbulent, aber die Qualifikation lief für die Deutschen gut. Für Donnerstag ist für den Bergisel Sauwetter angekündigt.

Von Uwe Wicher, Innsbruck

Die beiden Top-Skispringer der Saison, Richard Freitag (links) und Kamil Stoch, lassen sich auch am Bergisel in Innsbruck nicht aus den Augen.
Die beiden Top-Skispringer der Saison, Richard Freitag (links) und Kamil Stoch, lassen sich auch am Bergisel in Innsbruck nicht aus den Augen.

© dpa/Barbara Gindl

Richard Freitag bleibt auch zu Beginn der zweiten Halbzeit der Vierschanzentournee stabil auf hohem Niveau. Das trifft auch auf seinen Konkurrenten und momentan Führenden in der Gesamtwertung, Kamil Stoch, zu. Beide lieferten sich in der Qualifikation am Mittwoch in Innsbruck wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen, ließen nur dem Tagesbestweite (131 Meter) springenden Japaner Yunshiro Kobayashi, den Vortritt. Stoch, der mit 127,5 Metern Zweiter wurde, und Freitag, Dritter mit 125 Metern, starteten als Einzige mit dem kürzesten Anlauf der Konkurrenz.

Diese Entscheidung trafen die beiden Trainer der Tourneeführenden. „Ich war mir mit Stefan Horngacher einig, dass wir eine Luke tiefer gehen. Der Sprung von Richard war sehr sauber. Wir sind für das dritte Springen vorbereitet“, erklärte der deutsche Bundestrainer, dessen Mannschaft sich komplett für den Wettbewerb am Donnerstag qualifiziert hat.

Am Vormittag hatte niemand für möglich gehalten, dass am Nachmittag gesprungen werden kann. Windspitzen von bis zu 40 Stundenkilometern waren angekündigt. Doch pünktlich ab 14 Uhr begann die Qualifikation, und mit einer längeren Unterbrechung, einigen Anlaufverkürzungen sowie mehr Auf- als Rückenwind wurde es ein richtig guter Wettbewerb.

Werner Schuster hatte es schon in Oberstdorf angekündigt. „Es wir eine turbulente Tournee werden“, erklärte der deutsche Skisprung-Bundestrainer angesichts der Voraussagen der Wetterexperten. Der Österreicher, der unweit von Innsbruck wohnt, hatte dabei besonders die Bergisel-Schanze im Blick, denn auf dieser Anlage gab es in 66 Jahren Vierschanzentournee schon oft Schwierigkeiten. Vor allem mit dem Wind.

Immer wieder Innsbruck. Vor zehn Jahren musste die Veranstaltung wegen eines Föhnsturms abgesagt werden – in der Tourneegeschichte ein bisher einmaliger Vorgang. Damals verwandelte sich die Vier- zur Dreischanzentournee, weil in Bischofshofen zwei Wettbewerbe ausgetragen wurden. 2014 und 2017 konnte trotz eines inzwischen installierten, aber nicht ausreichenden Windnetzes nur mit viel Mühe, mehrmaligen Unterbrechungen und kurz vor der einbrechenden Dämmerung je ein Durchgang runtergebracht werden. Dass der sportliche Wert dabei auf der Strecke bleiben kann, zeigte sich 2014: Dem Finnen Anssi Koivuranta, der als nordischer Kombinierer erst 2010 zu den Spezialspringern wechselte, gelang bei der Windlotterie unterhalb des Patscherkofel der einzige Weltcupsieg seiner Karriere.

Die Innsbrucker Veranstalter stehen zudem in der Kritik, weil sie trotz langjähriger Forderungen der FIS keine Flutlichtanlage an der Schanze errichten. Damit ist das Zeitfenster viel zu klein für eine Verschiebung der Springen in die frühen Abendstunden. Es ist kein Geheimnis, dass die Bergisel-Schanze schon längst nicht mehr im Weltcupkalender stehen würde, wenn sie nicht Station der Tournee wäre.

„Wir hoffen natürlich alle auf faire Verhältnisse“, sagte Schuster. Zumal das Duell um den Gesamtsieg der Tournee in die entscheidende Phase geht. Auf dem Bergisel steht es im Vergleich der beiden gegenwärtigen Überflieger 1:0 für den Mann aus dem Erzgebirge. Freitag hatte dort 2015 für den ersten deutschen Tournee-Tagessieg seit zwölf Jahren gesorgt. Stoch konnte in dieser Arena noch nie gewinnen. „Vielleicht kann Richard ihm in Innsbruck ein paar Punkte abknabbern“, meinte Schuster mit Blick auf die Gesamtwertung. Freitag ist guter Dinge: „Meine Vorliebe für Innsbruck begrenzt sich nicht auf 2015.“

Das dritte Tourneespringen ist allerdings aus der Sicht von Mittwochabend stark gefährdet. Das Sturmtief „Burglind“, das sich in Süddeutschland austobt, soll dann Tirol erreichen und erst am Freitag abflauen. „Sauwetter“, kommentierte der Österreicher Stefan Kraft die Vorhersagen.

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