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Freitag, 12.01.2018

Stattliche Standesamtsstatistik

Hochzeits-Boom in Dresden mit der Ehe für alle, Baby-Gebrüll in vielen Sprachen und das Geschäft mit den Urkunden läuft wie gestempelt - ein Amt gibt Auskunft zu 2017.

Die Weigang Villa an der Goetheallee, der Klassiker unter Dresdens Hochzeits-Locations.
Die Weigang Villa an der Goetheallee, der Klassiker unter Dresdens Hochzeits-Locations.

© Sächsische Zeitung

Dresden. In Sachsens Landeshauptstadt sind im vergangenen Jahr so viele Paare getraut worden wie seit 25 Jahren nicht. „Mit 2493 Eheschließungen im vergangenen Jahr haben wir die höchste Zahl an Trauungen seit über 25 Jahren erreicht. Am Plus von 105 Eheschließungen gegenüber 2016 sind auch die gleichgeschlechtlichen Ehepaare beteiligt. Die Zahlen zeigen einmal mehr, dass Dresden als Hochzeitsstadt gefragt ist“, sagte der Erste Bürgermeister Detlef Sittel in einer Mitteilung vom Freitag.

Mit 8 457 Geburten wurde fast das absolute Rekordniveau des Jahres 2016 mit damals 8 542 Kindern erreicht. 51 Prozent der Eltern entschieden sich vor der Hochzeit für Kinder. Negative Rekorde waren nicht festzustellen, aber es gab beträchtliche Steigerungen. Trotz des Lutherjahres traten 1 425 Personen aus der Kirche aus - 103 mehr als 2016. Seit vier Jahren in Folge gibt es diese hohe Fluktuation, die sich in diesem Zeitraum auf 6 248 Kirchenaustritte summiert. „Wenn man Weihnachten in die vollen Kirchen schaut, mag man diesen Zahlen nicht trauen oder gibt es dafür andere Gründe?“, sinniert der Leiter des Standesamtes, Frank Neubert.

Einen starken Anstieg gab es auch bei den Sterbefällen. Hier sind es 245 mehr als im Vorjahr und insgesamt 6 173 im vergangenen Jahr. Seit 1991 gab es nur einmalig 2015 eine Überschreitung von 6 000 Todesfällen. Damals waren es 6 204. Das Arbeitspensum sei in allen Fachbereichen des Standesamtes sehr hoch gewesen.

Geburten 2017

Es wurden 8 457 (2016: 8 542) Kinder, davon 4 318 Jungen und 4 139 Mädchen, beurkundet. 154 (156) Zwillinge und einmal (5) Drillinge erblickten das Licht der Welt. 53 (56) Geburten wurden nachbeurkundet, weil diese Kinder im Ausland geboren wurden. Das Geburtsjahr und das Nachbeurkundungsjahr sind im Regelfall nicht identisch. Die Kinder besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft oder es besteht ein anderer Antragsgrund. Vaterschaftsanerkennungen sind 909 (917) aufgenommen. 51 Prozent der Mütter waren ledig. 26 Prozent der Eltern wohnen nicht in Dresden. Diese Angaben unterliegen seit Jahren nur geringfügigen Schwankungen.

Es gibt 1 647 (1 588) Geburten, bei denen mindestens ein Elterteil eine ausländische Staatsangehörigkeit hat. Immerhin 108 (106) unterschiedliche Nationalitäten kommen so zusammen. Am geburtenstärksten war dabei Syrien mit 236 (144) Kindern. Auf Rang 3 Russische Föderation 137 (134); Platz drei teilen sich Afghanistan und die Tschechische Republik mit jeweils 72 Geburten. Auf den weiteren Plätzen: Polen und China jeweils 71 und der 5. Irak mit 59. Insgesamt 252 (221) Elternteile konnten ihren Personenstand nicht nachweisen - diese Beurkundungen sind dabei mit einem entsprechenden Zusatz versehen. Bei den 108 unterschiedlichen Nationalitäten kommen etwa 40 Prozent weniger als dreimal vor.

Eheschließungen und Lebenspartnerschaften 2017

Am 1. Oktober vergangenen Jahres ist das Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts in Kraft getreten. Seitdem können auch diese Menschen heiraten. Zudem besteht die Möglichkeit, bestehende Lebenspartnerschaften in eine Ehe umzuwandeln. Diese Beurkundungen fließen ohne Unterscheidungsmerkmale in die Gesamtstatistik der durchgeführten Eheschließungen ein. Lediglich die Umwandlungen werden noch separat ausgewiesen, gehen jedoch auch in die Gesamtstatistik ein, nach der insgesamt 2 493 (2 388) Ehen geschlossen wurden.

Von Oktober bis Dezember sind 77 bestehende Lebenspartnerschaften in Ehen umgewandelt worden. Im Oktober waren es 44, im November 19 und im Dezember 14. 74 Umwandlungen fanden dabei als feierlicher Verwaltungsakt im Sachgebiet Urkundenwesen statt und drei im Sachgebiet Eheschließung. Diese vorgenannten Zahlen sind in der Gesamtsumme der Eheschließungen enthalten. Von Januar bis September wurden noch 43 neue Lebenspartnerschaften begründet. Diese Zahl ist nicht in der Gesamtsumme Eheschließungen enthalten. Von Oktober bis Dezember heirateten nach dem neuen Gesetz 16 gleichgeschlechtliche Paare. Sie sind in der Gesamtsumme enthalten.

Heiratsorte

Sonnabends wurde in Dresden 1 014 Mal geheiratet. In einzelnen Objekten auch am Freitag oder besonderen Tagen. Im Kulturrathaus waren es 155, im Schloss Albrechtsberg 107, im Landhaus 94, im Lingnerschloss 77, im Schoss Schönfeld 57, im Rathaus Weixdorf 50, im Webermuseum 31, im Kraszewski-Museum 18, im Palais im Großen Garten 19 und im Stadion neun Eheschließungen. Insgesamt gab es 691 Eheschließungen und sogenannte Verpartnerungen außerhalb des Stammsitzes auf der Goetheallee statt, wo es insgesamt 1845 Trauungen gab.

Die meisten Eheschließungen fanden übrigens im Juli mit 281 statt. Grund dafür: die Sonderaktionen am Freitag, 7. Juli 2017, mit 27 Eheschließungen und Montag, 17. Juli 2017 mit 15 Eheschließungen.

Eheschließungen bei denen ein oder beide Partner eine ausländische Staatsangehörigkeit hatten: Es heirateten Bürger aus 69 (67) unterschiedlichen Staaten in Dresden. Bei 270 (240) Eheschließungen hatte ein oder beide Partner eine ausländische Staatsangehörigkeit: Russland 23, Polen 16, Ukraine 14, Brasilien, China und Italien je 12, Großbritannien und Tschechische Republik je neun, Marokko und Vietnam je acht, Österreich sieben.

Sterbefälle 2017

Es wurden 6 173 (5 928) Sterbefälle beurkundet. Davon hatten 70 (72) Personen eine ausländische Nationalität. Sie kamen aus 40 (46) unterschiedlichen Ländern. In 46 Fällen sind auch die Ehegatten Ausländer. Es mussten aus diesen Gründen etwa 200 ausländische Urkunden geprüft werden.

Sachgebiet Urkundenwesen (Archiv) 2017

Im Sachgebiet Urkundenwesen wurden über das Online-Portal 4 302 (4 425) Urkunden bestellt. Es gab Antworten auf 10 171 (9 495) Anfragen zu Beurkundungen, die per Brief, Fax und E-Mail eingingen. Ausgestellt wurden 13 847 (14 133) Urkunden, 449 (503) Bescheinigungen und 7 527 (7 544) Registerausdrucke.

Die Dresdner Standesbeamtinnen und Standesbeamten beurkunden Personenstandsfälle, die sich auf dem Territorium der Stadt ereignen. Aus den vorliegenden Zahlen sind keine Rückschlüsse auf die mit Haupt- oder Nebenwohnsitz gemeldete Bevölkerung möglich.