Sonntag, 11.11.2012

Start unter blauem Himmel: Karneval ist wieder da

Es ist wieder soweit: 11.11., Karnevalsbeginn, närrisches Treiben - diesmal sogar mit viel Sonnenschein. Was will der Jeck mehr.

Die Narren sind los! Kostümierte Karnevalisten posieren am 11.11. vor dem Dom in Köln bei der Eröffnung der Karnevalssession 2012/2013. Foto: dapd
Die Narren sind los! Kostümierte Karnevalisten posieren am 11.11. vor dem Dom in Köln bei der Eröffnung der Karnevalssession 2012/2013. Foto: dapd

Köln/Düsseldorf/Mainz. Perfekter Start in die fünfte Jahreszeit: Bei Sonnenschein und wärmenden Temperaturen hat am Sonntag im Rheinland der Karneval begonnen. Weil der 11.11. auf einen arbeitsfreien Sonntag fiel, drängten sich besonders viele Jecken und Narren in den Karnevalshochburgen. Auch andernorts wurde kräftig geschunkelt. Lang ist die närrische Zeit diesmal nicht: Schon in drei Monaten ist wieder alles vorbei.

In Köln bekam das Dreigestirn aus Prinz, Bauer und Jungfrau prominente Unterstützung. TV-Moderator Stefan Raab griff wenige Stunden vor seiner neue Polit-Talkshow „Absolute Mehrheit“ zur Gitarre und sang mit der Kölner Kultband Höhner, was in der Domstadt ohnehin unbestritten ist: „Ävver et Hätz bliev he in Kölle“ (Aber das Herz bleibt hier in Köln). Der Heumarkt war so voll, dass die Polizei den Zugang schon eine Stunde vor Beginn des närrischen Treibens sperren musste.

Punkt 11 Uhr 11 erwachte in Düsseldorf der Obernarr Hoppeditz, stieg vor dem Rathaus aus einem überdimensionalen Senftopf und forderte die Einführung der griechischen Drachme in ganz Europa. „Och dat noch!“ (Auch das noch) lautet das Motto des Karnevals in der Landeshauptstadt. Bier und Sekt wurden wie im vergangenen Jahr in Köln und Düsseldorf in Plastikflaschen- und bechern ausgeschenkt.

In Mainz wurde das närrische Gesetz verlesen. Eines der elf Gebote: „Die Würde des Narren ist unantastbar - egal, wo man hingreift.“ Das Motto für die neue Narrensaison ist nicht unpolitisch: „Der Rettungsschirm für Groß und Klein ist Fassenacht in Mainz am Rhein.“

Im brandenburgischen Karnevalszentrum Cottbus rückte Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) schon mal den Schlüssel zum Rathaus raus. An die Stadtkasse will er die Jecken aber nur lassen, wenn er sie am Ende der fünften Jahreszeit mit weniger Schulden zurückbekommt.

In Baden-Württemberg geht die traditionelle Fasnet eigentlich erst im Januar los. Dennoch hieß es für viele Zünfte im Südwesten auch am Sonntag schon: „Es goht degege“ - es geht wieder in Richtung fünfte Jahreszeit. In Freiburg ließen die Fasnetrufer vor dem Rathaus das erste Narrenbier anzapfen. In Landkreis Ravensburg lud die Weingartener Plätzlerzunft pünktlich um 11 Uhr 11 zur traditionellen Martinisitzung.

Mit einem Frühstart ging das närrische Treiben in München los. Das neue Prinzenpaar zeigte sich bereits am Samstag auf dem Viktualienmarkt. Die Begründung: „Am Sonntag ist doch auf dem Markt tote Hose.“ (dpa)