Donnerstag, 14.02.2013

Starinvestor Buffett schluckt Heinz Ketchup

Es ist ein Geschäft mit ganz großen Namen und ganz großen Summen: US-Starinvestor übernimmt zusammen mit einem Partner den Ketchup-König H.J. Heinz. Es ist eine der größten Übernahmen in der Lebensmittel-Branche überhaupt.

Pittsburgh/Omaha. Die berühmteste Ketchup-Marke der Welt wechselt den Besitzer: Der US-Lebensmittelmulti H.J. Heinz wird vom US-Starinvestor Warren Buffett und dem Finanzinvestor 3G Capital übernommen. In einem 28 Milliarden Dollar (21 Mrd. Euro) schweren Geschäft wollen die beiden finanzkräftigen Partner das Unternehmen schlucken und anschließend von der Börse nehmen, wie sie am Donnerstag völlig überraschend verkündeten. Es gebe bereits eine Vereinbarung mit dem Heinz-Verwaltungsrat.

H.J. Heinz ist ein Riese der Lebensmittel-Branche mit einem Jahresumsatz von annähernd 12 Milliarden Dollar und rund 32.000 Mitarbeitern. Pro Jahr verkauft der Konzern allein 650 Millionen Flaschen Ketchup. Hinzu kommen unter anderem Saucen („Jack Daniel’s“), Fertiggerichte und sogar eine eigene Restaurantkette („T.G.I. Friday’s“). Bis vor Kurzem gehörte auch die deutsche Suppenmarke „Sonnen Bassermann“ dazu, die aber im vergangenen Jahr verkauft wurde.

Die Ursprünge der Firma reichen bis ins Jahr 1869 zurück. Gründer war Henry John Heinz, ein Sohn deutscher Einwanderer. Den ersten Tomatenketchup stellte er 1876 her. Schon 1907 produzierte die Firma 12 Millionen Flaschen pro Jahr und lieferte sie bis nach Australien, Südamerika, Japan und Großbritannien.

„Heinz hat ein starkes, nachhaltiges Wachstumspotenzial“, begründete Buffett den Zukauf. Er bietet den bisherigen Aktionären 72,50 Dollar je Aktie. Das sind insgesamt rund 23 Milliarden Dollar. Zudem übernehmen Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway und Partner 3G Capital die Schulden des Lebensmittel-Konzerns, woraus sich der Gesamtwert des Geschäfts ergibt.

Für Buffett ist es die größte Übernahme nach dem Zukauf der Frachteisenbahn Burlington Northern Railroad im Jahr 2010 für 26 Milliarden Dollar. 2011 hatte Buffett den Schmiermittel-Hersteller Lubrizol für knapp 10 Milliarden Dollar übernommen und seiner Investmentholding einverleibt.

Beim Heinz-Deal übernimmt Buffett jedoch eher die Rolle des Finanziers, wie er auf dem Wirtschaftssender CNBC erläuterte. Seine Berkshire Hathaway stelle 12 bis 13 Milliarden Dollar bereit, sagte er. Weitere Milliarden kommen von den Großbanken JPMorgan und Wells Fargo sowie 3G Capital. Die Mitarbeiter des Finanzinvestors seien „die Leute fürs Tagesgeschäft“, sagte Buffett. „Es ist ihr Baby.“

3G Capital ist eine Größe in der Finanzbranche. Der Investor hatte im Jahr 2010 die Fast-Food-Kette Burger King geschluckt und dann wieder an die Börse gebracht. Noch immer ist 3G als Großaktionär an Bord. Hinter dem Finanzinvestor steckt der brasilianische Finanzier Jorge Paulo Lemann, der 2008 auch die 52 Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Bierbrauers Anheuser-Busch („Budweiser“) durch den brasilianisch-niederländischen Rivalen InBev („Beck’s“, „Stella Artois“) vorangetrieben hatte.

Die beiden Partner locken die Heinz-Aktionäre mit einem Zuschlag von 20 Prozent auf den Schlusskurs vom Donnerstag. Das Geschäft muss allerdings nicht nur von den Anteilseignern akzeptiert werden, sondern auch von den Wettbewerbshütern. Geht alles glatt, besitzen Buffett und 3G Capital ab dem dritten Kalenderquartal eine eigene Ketchup-Firma. (dpa)

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