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Freitag, 25.11.2016 02:00 Uhr

Stahlharter Nachwuchs - Ausbildung bei FERALPI STAHL

Von Ines Witt-Klotz

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Aelxander Halupczok, Azubi bei Feralpi | Foto: Sebastian Schultz
Aelxander Halupczok, Azubi bei Feralpi | Foto: Sebastian Schultz
  • Aelxander Halupczok, Azubi bei Feralpi | Foto: Sebastian Schultz
    Aelxander Halupczok, Azubi bei Feralpi | Foto: Sebastian Schultz

Feiner Staub wirbelt auf bei jedem Schritt. Kein Tageslicht dringt in die Produktionshalle der ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH. Es ist 2 Uhr morgens, eine Zeit, in der die meisten Menschen schlafen. Doch die Arbeiter in der großen Werkhalle sind hellwach. Funken sprühen, kochender Stahl taucht die Halle in grelles Licht, riesige, tonnenschwere Pfannen werden unermüdlich wie von Geisterhand von A nach B bewegt, von Menschenhand dirigiert.

Auszubildender Alexander Malachinskij

Mittendrin im Getöse: der Verfahrensmechaniker Alexander Malachinskij. Er ist Auszubildender im zweiten Lehrjahr und damit ganz nah dran an den Urgewalten, an den beeindruckenden Abläufen, in denen aus Schrott flüssiger Stahl wird, die Masse, die dann von Verfahrensmechanikern zu 2,5 Tonnen schweren und 12 Metern langen Knüppeln gegossen wird. Aus diesen Knüppeln entstehen im Riesaer Walzwerk dann die Endprodukte Betonstabstahl und Walzdraht. Was bringt einen inzwischen 23-Jährigen, diesen Ausbildungsweg zu gehen? „Ich habe schon eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen, das war mir aber alles zu viel Papier. Ich wollte was Lautes und was, wo ich mir die Hände schmutzig mache“, erzählt Alexander Malachinskij. Aus Erzählungen von Freunden ist er auf den Beruf aufmerksam geworden und er hat bisher keinen Tag bereut. Im zweiwöchigen Wechsel lernt er in der Berufsschule, seine praktische Ausbildung absolviert er in der Werkhalle des Stahlwerkes.

Wo Urkräfte walten

Wenn Alexander am Pfannenofen die Messlanze in den kochenden Stahl eintaucht, um zur Qualitätssicherung eine Probe zu nehmen oder am Elektro-Lichtbogenofen-Ofen das Wirken unvorstellbarer Urkräfte sieht, dann ist er immer wieder beeindruckt - auch nach vielen Schichten, die er inzwischen absolviert hat. „Ich weiß noch, als ich das erste mal hier durchgelaufen bin, da hatte ich das Herz in der Hose. Inzwischen ist mir alles vertraut, aber genial ist es jedes Mal. Während er gekonnt, mit Helm, Schutzschild, Ohrschutz und Handschuhen ausgestattet, die zweite Probe am Pfannenofen nimmt, ist er hoch konzentriert. „Wir arbeiten körperlich, aber auch mit Köpfchen, da vieles automatisiert ist und damit muss man hellwach und verantwortungsbewusst umgehen.“ In seiner Ausbildung lernt Alexander Malachinskij, wie Stahl mit der weltweit „Besten Verfügbaren Technik“ (BVT) nachhaltig, umweltschonend und zukunftsweisend produziert wird. Dafür wird Schrott in den Elektro-Lichtbogen-Ofen eingesetzt und dort bei etwa 1600 Grad Celsius zu flüssigem Stahl geschmolzen. Den Einsatz des Schrotts und die Steuerung des Schmelzprozesses auf der Steuerbühne übernehmen Verfahrenstechniker. „Da sind viele bunte Knöpfe, Computer, die die Zusammensetzung der Proben anzeigen und so weiter und wir Azubis bekommen beigebracht wie man hier mit wenigen, aber effektiven Handbewegungen alle Abläufe regelt und kontrolliert“, berichtet der 23-Jährige.

Wer hier arbeitet, ist sich der Verantwortung bewusst, die er über Mensch, Maschine und Umwelt hat. „Die Welt ohne Stahl ist unvorstellbar. Stahl wird verbaut im Haus, in Autos, Fahrrädern, selbst unser Besteck ist aus Stahl. Und da mittendrin zu sein, dass ist was richtig Großes. Ich fühle mich wohl, wenn es laut ist, wenn ich mir die Hände schmutzig mache und handwerklich arbeiten kann. Dann ist meine Schicht gut.“

Etwa die Hälfte der praktischen Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Eisen- und Stahlmetallurgie findet am Pfannenofen statt - er ist das Herzstück der Berufsausbildung im Stahlwerk. Hier wird der geschmolzene Stahl analysiert und weiterverarbeitet, d.h. es werden alle Zuschlagsstoffe aufeinander abgestimmt. „Ich möchte den Pfannenofen später selbst bedienen, das ist mein Ziel. Es ist einfach großartig, an einem Prozess beteiligt zu sein, wo alles ineinander greift und letztendlich daraus etwas Fertiges, der Stahl entsteht“, schwärmt Alexander Malachinskij.

ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH

Gröbaer Straße 3 | 01591 Riesa

Telefon: 03525 749-0 | Telefax: 03525 749-259

info@feralpi.de | www.feralpi-stahl.eu