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Samstag, 13.01.2018 Das sagt Facebook

„Stadtrat muss aktiv werden, ehe Tatsachen geschaffen sind“

Ein möglicher Kita-Bau direkt unter einem Weinberg sorgt in der Stadt für Wirbel. Auch in den sozialen Medien wird diskutiert.

Wie auf diesem Bild aus der Meißner Kita Zwergenmühle sollen Kinder früh naturnah erzogen werden. Das soll auch an dem Standort unterhalb eines Weinbergs funktionieren. Doch es gibt mehrere Hindernisse.
Wie auf diesem Bild aus der Meißner Kita Zwergenmühle sollen Kinder früh naturnah erzogen werden. Das soll auch an dem Standort unterhalb eines Weinbergs funktionieren. Doch es gibt mehrere Hindernisse.

© Claudia Hübschmann

Matthias Sufraga: Es gibt derzeit schon fehlende Arbeitskräfte in den Kindergärten. Woher sollen denn die ganzen Erzieher kommen? Die Stadt kann jetzt schon den Bedarf nicht decken und es sind wahrscheinlich mehr Erzieher vor dem Absprung in andere Regionen als wir uns vorstellen können. Daher kann ich mir auch vorstellen, warum die Stadt den Kindergarten nicht selbst betreiben will.

In den jetzigen Kitas und Horten ist der Bedarf an Erziehern gerade so gedeckt oder sie sind unterbesetzt. Die Situation in den jetzigen Kitas und Horten verschärft sich zunehmend. Wäre es da nicht vielleicht erstmal die richtige Wahl, die jetzige Situation auf feste Füße zu stellen? Wem nützen denn 100 Kitaplätze mehr, wenn es dazu keine Erzieher gibt?

Ingolf Brumm: An statt dieser kleinen, fleißigen und überaus engagierten Frau und Mutter Respekt zu zollen und ihrer aus Verantwortung getragenen Besorgnis nachzugehen, wird auf die widerlichste Weise mit ihr umgegangen, dass einen die Haare zu Berge stehen.

Ist den Verantwortlichen überhaupt bewusst, was man einem Menschen antut, der all seine Kraft und auch seine Existenz auf eine Karte setzt, um Arbeitsplätze zu schaffen, und sich um die Stadt verdient macht und ihm dann mit Betriebsschließung droht? Dass Frau Fritz niemals wissentlich krebserregende Mittel einsetzen wird, ist ja wohl jeden normal denkenden Menschen klar , zumal Sie und Ihre Familie dort wohnt, wo sie auch arbeitet. Für mich gibt es hier nur eine Konsequenz: Die Bedenken von Frau Fritz sehr ernst nehmen und diesen Standort nochmals gründlich prüfen auch in der Hinsicht, dass diese Fläche für die zukünftige Entwicklung unserer Weinkulturlandschaft dringend gebraucht wird. Bei Frau Fritz wäre eine Entschuldigung das Mindeste!

Walter Hannot: Die sich entwickelnde Problemsituation war schon länger öffentlich bekannt. OB, Seeg und Stadträte hat es aber nicht interessiert. Obwohl sich der ganze Prozess Kitabau formell noch in den Voranfragephasen befindet, wurde er von Verwaltung und Seeg längst schon als Fakt behandelt und so ja auch öffentlich kommuniziert. Wir wissen inzwischen ja alle, dass es für viele Dinge in Meißen nur darauf ankommt, dass der OB etwas will. Ab diesem Zeitpunkt kann man die Dinge tatsächlich auch als Fakt nehmen. Die Ämter bis hin zum in vielen Fällen „gleichgeschalteten“ Landratsamt behandeln es dann nur noch als Formsache.

Reinhart Kremtz: Was ist denn da schon wieder los? Kita wichtig, jaaa! Aber nicht an diesem Standort. Das ist Innenbereich nach Baugesetzbuch und definitiv Sächsische Weinstraße mit extrem hoher Winzerdichte. Hier muss der Stadtrat aktiv werden, eh hier Tatsachen geschaffen werden, sofort eine sogenannte „Veränderungssperre“ veranlassen. Dafür dürfte es bei richtiger Erläuterung Mehrheiten geben... (SZ)